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Friedrich-Wilhelm-Straße (ul. Legnicka)

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Posener Schule1

 

Pauluskirche von oben1

 

Freiburger Bhf.1

 

[Postkarten]

 

[Aufnahmen von 1945]

 

ul. Legnicka2

Die Friedrich-Wilhelm-Straße im Westen der Stadt Tschepine verlief auf der Trasse einer alten Handelsstraße von Breslau über Neumarkt und Liegnitz, die sich dann in Richtung Leipzig und Berlin teilte. Dieser historisch belegbare Handelsweg begann damals am Nikolaitor und hieß im Mittelalter "Sandgasse", ein Name, den schon das Liber sign. (Signaturbuch) von 1443 fol. 77 erwähnt: "garten vor sante Niclas in der sandgassen". Einige Jahre wurde sie auch "die grosse strasse" genannt, was ihre Bedeutung hervorheben mag, bis sich 1661 wieder der Name "Sandgasse" eingebürgert hatte. Im Signaturbuch von 1562 lesen wir daher von einem Haus und Garten "zu Tschepin in der sandtgassen", ein Jahr später wird unter dem Datum des 18. September vom "haus und garten des hem cantors zum h. creuz zu Tschepin in der sandtgassen" berichtet.

Am Ende der Sandgasse standen die "Drei Kreuze" oder das sog. "Elende Kreuz".

Die Friedrich-Wilhelm-Straße, wie sie seit dem 21. Mai 1823 bis 1945 genannt wurde, trug den Namen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Als Verlängerung der Reuschestraße begann sie am Königsplatz, berührte die Südseite des Wachtplatzes und führte zum Striegauer Platz, fast parallel zur Berliner Straße. Linksseitig kreuzte sie die Jahnstraße, berührte die Berliner Straße, während die Dessauer- und Mariannenstraße in sie mündeten. 
Der Abschnitt der Mariannenstraße (zwischen Berliner und Friedrich-Wilhelm-Straße) ging später in der Anderssenstraße auf, so daß diese dann eine Straßenkreuzung ergab. Auf der rechten Straßenseite berührte sie das Sandergäßchen, die Mittelgasse, die Willmannstraße, Friedrich-Karl-Straße, erwähnte Anderssen-, Leuthen- und Posener Straße.

Im Abschnitt zwischen der Dessauer- und Mariannenstraße lag der historisch bedeutsame "Große Begräbnisplatz"

Das Breslauer Lexikon 1994, Gerhard Scheuermann, Band1, S. 359

Eine Besonderheit gab es in der Friedrich-Wilhelm-Straße Nr. 17, "Zum Goldenen Helm". Eigentümer: Ossyra, G., Kaufmann, Turnierplatz 17, nahe des heutigen Novotel, Rennbahnstraße. Ossyra, Georg, eines der Breslauer Detailgeschäfte; diese Fabrik stellte als Spezialist einen sehr begehrten "Boonekamp" her, mit dem riesige Umsätze erzielt wurden. Die Firma betrieb neben ihrem Stammhaus in der Friedrich-Wilhelm-Straße 17 noch fünf Filialen, die durch die Qualität der ausgeschenkten Liköre und ihre Billigkeit besten Ruf genoß.

Aus der Schlesische Zeitung, 23.05.2003, Seite 17

Die Friedrich-Wilhelm-Straße ist eng mit meiner Kindheit verbunden. Wenn ich mir die Luftaufnahmen ansehe, dann kommen mir so manche Erinnerungen wieder. In der Friedrich-Wilhelm-Straße Nr. 80 bin ich 1935 geboren. Auf dem oberen Foto sieht meine Volksschule, genannt "Posener Schule", in der ich eingeschult wurde. Auf dem mittleren Foto erkennt man im Vordergrund die Pauluskirche und dahinter der von mir besuchte Kindergarten. Der Striegauer-Platz war unser Kinderspielplatz.

Dietrich Kernke, 17.03.2005

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1 Dietrich Kernke stellte die drei Luftaufnahmen für die Gestaltung der Seite als Scanns zur Verfügung. 
Diese Fotos befinden sich im Uni-Archiv von Wroclaw.
2 Foto von Egon Höcker,  Blick von der Fußgängerbrücke auf die ul. Legnicka - stadtauswärts, 2005

 
© 2005 Egon Höcker
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