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Historische Gärten
Aus Anlass der Hundertjahrfeier der Befreiungskriege von 1813 und im
Zusammenhang mit der Erbauung der Jahrhunderthalle und dem großzügigen
Ausstellungsgelände wurden 1913 die sog. »Historischen Gärten« im
Scheitniger Park angelegt.
Diese an der Ostseite der Pergola mit dem künstlichen
See befindlichen Gärten sollten als Mustergärten dem Besucher die typische
Gartenkunst aus mehreren Jahrhunderten demonstrieren. So gab es:
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den Karolinger-Garten als Beispiel für die klösterliche
Gartenkunst der Karolingerzeit, in dem zahlreiche Küchen- und Gewürzkräuter
angepflanzt waren. In der Mitte stand ein Ziehbrunnen, am Gartenende ein
schlichtes Holzkreuz, wie man es auf Klosterfriedhöfen findet. Als Vorbild
hatte der Garten des Abtes von St. Gallen aus dem Jahre 820 gedient;
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den Burggarten, nachgebildet einem typischen rheinischen
Burggarten (Lusamgärtlein), in dem Heckenrosen, Goldlack, Stiefmütterchen,
Levkojen, Maiglöckchen und andere Zierpflanzen blühten. Als Muster diente
eine solche Gartenanlage aus dem 15. Jahrhundert;
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den Bürger- oder Renaissancegarten, eine verkleinerte
Nachbildung des berühmten Gartens des Breslauer Arztes und Botanikers Dr.
Laurentius Scholz von 1588, den sich dieser Naturfreund zwischen Taschen-
und Weidenstraße angelegt hatte. Alle Beete waren mit Buchsbaum eingefasst
und nach geometrischen Gesichtspunkten gegliedert. In der Mitte stand ein
kleiner Pavillon aus Lattenwerk;
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den Fürstengarten, ebenfalls im Geschmack der
Renaissance um 1600 angelegt, der in Miniaturform italienische Palastgärten
mit einem Belvedere darstellen sollte;
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den Barockgarten nach Art eines Schloßgartens um das
Jahr 1700. In der Mitte war kunstvoll eine Sonnenuhr aus Blumen angebracht.
Die Buchsbäume waren alle spielerisch verschnitten und zeigten
Tiergestalten, wie Hühner, Schwäne etc. Auf einer simulierten Terrasse
unter hohen Kastanienbäumen standen alte Statuen;
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den Japanischen Garten, der sich am sog. Eichbomteich
befand. Hier blühten die schönsten Magnolien, Mandel- und Kirschbäume.
Ein in den Teich versetztes einstöckiges Teehaus vermittelte in der Tat das
Ambiente einer typisch japanischen Gartenanlage.
Stadt. Gartenbaudirektor Dr. Richter, Gartenbauinspektor Dannenberg und
Professor Dr. Rosen haben sich um die Anlage dieses Gartens verdient gemacht,
den Gartenbauingenieur Hanisch gärtnerisch ausführte.
Das Breslauer Lexikon 1994, Gerhard Scheuermann,
Band 1, S. 667 - 668
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