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Architektur der Stadt Breslau

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Breslau-Land


Schreyvogel-Haus.

Aufnahme um 1880
 
Postkarte - Hauptpost
 
Ringhaus Nr. 4, 1970
 
Schreyvogelportal am Ringhaus Nr. 4, 2000
Das sogenannte Schreyvogelhaus wurde von dem aus Breslau stammenden kaiserlichen Handelsrat und Kaufmann in Wien, Gottfried Christian von Schreyvogel bei dem Baumeister Johann Lucas von Hildebrandt 1710–1712 in Auftrag gegeben und gebaut. Diese Zuschreibung war lange fraglich, hatte doch Paul Jacob Marperger (1711) in seiner "Historie Und Leben Der Berühmtesten Europæischen Baumeister" den kaiserlichen Hofbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach als Architekten angegeben. Die korrekte Zuschreibung konnte – Ironie des Schicksals – erst erfolgen, nachdem man das Gebäude 1886 abgerissen hatte. 


Zeichnung aus "Friedich Bernhard Werners - Topographie der Stadt Breslau"1

In den Mauern fanden sich Dokumente, die eindeutig Johann Lucas von Hildebrandt auswiesen. Das Schreyvogelhaus befand sich in der Albrechtstraße 25–27 (vor dem Dominikanerplatz), heute ul. Wita Stwosza 25. Eine Vorzeichnung Friedrich Bernhard Werner für einen Stich zeigt das Schreyvogelhaus in Breslau um 1750.

Während des Siebenjährigen Krieges diente es dem General von Tauentzien als Kommandanturgebäude. Nachdem die Kommandantur zur Schloßohle verlegt worden war, verschlechtere sich der Zustand des Gebäudes. In verschiedenen Quelle findet man die Nachnutzung als Tabakfabrik und "Kaiserliche Oberpostdirektion". 2


Postdirektion, 1. Hälfte der 70er Jahr des 19. Jahrhunderts

Das historische Foto muß kurz vor dem Abriß entstanden, da in der Attikainschrift "Kaiserliche Oberpostdirektion" steht. Dieser Bestimmung wurde nämlich auch der Neubau (Hauptpost) übergeben, der hier von 1888 bis 1945 stand.

Das schöne Barockportal konnte gerettet und im Ringhaus Nr. 4 eingebaut werden, nachdem es für einige Zeit in der Hoffront der Hauptpost eingemauert war.2

Autor Dr. Andreas Kreul, 18.02.2005; Layout EH, 06.03.2005

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1 Ansicht von Nordosten, 85 X 172 mm. Rechts das Oberg-Haus, das Schliebenhaim-Haus (später Woykofski-Haus) und der Kretscham "Zum Stroch". Zeichnung befindet sich in der Universitätsbibliothek in Wroclaw.
2 Auszüge: Das Breslauer Lexikon, Gerhard Scheuermann, 1994, Laumann-Verlag Dülmen, S. 1532

 

 
© 2005 Egon Höcker
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