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Ursprung und Bedeutung der Ortsnamen im Stadtkreis Breslau

Pöpelwitz.

Pöpelwitz war bis zur Eingemeindung im Jahre 1898 ein Dorf, das 1260 Popowici und Popowicz, 1263 Popowice, im Landbuch von 1350 Popilwiz und 1360 wieder Popowicz, 1651 Pöppelwitz geschrieben wurde. Der jetzige N, der mit dem des Landbuches übereinstimmt, ist ein Patronymikum von dem Pn Popiel, zu asl. pepelu pol. popiol = cinis Asche.

In den meisten und ältesten urkundlich überlieferten Schreibungen ist jedoch das l nicht ent- halten, so daß der ursprüngliche N des Ortes nicht von dem Pn Popiel herzukommen scheint, sondern von dem altpoln. Appellativum pop Priester, und Pöpelwitz als Popen- oder Pfaffendorf, als geistliches oder Kirchengut zu erklären wäre.

Bei der Ähnlichkeit beider N-formen sind schriftliche Verwechselungen leicht möglich gewesen, denen der mündliche Gebrauch folgte, sobald - wie hier - keine Erschwerung in der Aussprache damit verbunden war.

Von pop sind abgeleitet: Popowitz bei Sagan, Poppschütz Kr. Freystadt, Poppitz Kr. Gr.-Strehlitz.

Poppelwitz Kr. Nimptsch hieß 1288 ebenfalls Popowicz, 1372 Popilwicz, hingegen ist Poppelau Kr. Oppeln sicher kein Popendorf, denn es hieß (1286) Popielow, d. i. Eigentum, Ort des Popiel. Das- selbe gilt von Poppelau Kr. Rybnik und Poppelwitz Kr. Ohlau.

Außerhalb Schlesiens finden sich folgende vom Pn Popiel herstammende On: Poplowitz, Poppels und Popelischna in Böhmen, Popelin in Mähren, Popielowo Rgb. Bromberg, Popelken-Königsberg, Poplow und Poppelow-Köslin, Poplitz-Merseburg, Popelau-Lüneburg.

Popendörfer sind außer den schon genannten: Popowek, Popowko, Deutsch- und Poln.-Poppen Rgb. Posen, Poppau-Magdeburg, Papitz bei Cottbus, Popkowitz und mehrere Popowitz in Böhmen und Mähren, Popendorf in Ungarn, Popowo in Bulgarien und Kroatien-Slawonien, Popowic und Popowitza in Serbien, Popovici in Dalmatien, Popowka Gouv. St. Petersburg und Charkow und Popowskaja- Nowgorod.

Entsprechende Pn: Popielas, Popowitz, Pöpel, Pöpelt, Popplau, Poplewski, Popp, Poppe, Poppek, Poppke, Poppel. Poppo hieß einer der ersten Bischöfe von Krakau ums Jahr 1000 und ein Patriarch von Aquileja um 1030, ferner ein Oheim der heiligen Hedwig, der Propst in Bamberg war. Am bekanntesten ist der N Poppo durch den Deutschordens-Landmeister Poppo von Osterna aus der Zeit des Mongoleneinfalls 1241. 1333 wird ein Zeuge Gerhard Poppo genannt. Nach Damroth ist dieser N vielleicht die latinisierte Form für das früher häufige Popiel. Wäre diese Vermutung zutreffend, so könnte man allerdings keinen der oben genannten O als Popenort ansprechen.



Breslau - Pöpelwitz, Städtischer Schlachthof

Breslau - Pöpelwitz, Katholisches Lehrerseminar

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Der Text wurde von Andreas Meininger zur Verfügung gestellt. (2005)
Die Bilder sind von Sabine Brandes zusammengestellt. Weitere Postkarten und Bilder findet man auf der Homepage Breslauer Ansichten.

 
© 2005 Egon Höcker
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