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Historische Stadtpläne von Breslau

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Ursprung und Bedeutung der Ortsnamen im Stadtkreis Breslau

Sokolnice oder das Falknerdörfchen.

1201 Zokolnici, 1204 Zocholnici inter civitatem Wratislaviensem et Stapin, 1208 villa falconariorum; 1253 wird Sokolnice zum letzten Male erwähnt.

Der O zog sich am linken Oderufer vom Nikolaiplatz, wo er an die Tschepine grenzte (vgl. die Namensangabe von 1204) ostwärts kaum bis zur Oderstraße, nahm also die Gegend des städt. Packhofes, des Allerheiligenhospitals, Burgfeldes etc. ein und war eine Ansiedelung slaw. Höriger, sokolniki, falconarii Falkner, denen für die Nutzung des ihnen überwiesenen Bodens die Aufzucht, Pflege und Abrichtung der Falken (poln. sokół, asl. russ. sokolŭ, čech. sokol der Falke) für die herzoglichen Jagden zur Pflicht gemacht war (vgl. Altscheitnig).

Nach dem Einfall der Mongolen 1241 wurde das Gebiet des gleich der Stadt zerstörten Dorfes dem zu vergrößernden Breslau zugeschlagen.

Außer unserm Falknerdorf gab es in Schlesien noch folgende: Zaugwitz Kr. Neumarkt (1149 Socolnice), Zukelnig Kr. Striegau (1217 Socolnici, 1328 Zcokolnik), Zucklau Kr. Öls, Zöcklau Kr. Freystadt, Sokolnik Kr. Falkenberg.

Außerhalb Schlesiens: Sokól, Sokola, etliche Sokole, Sokolniki, Sokolow, Sokolowka sämtlich in Galizien, Sokol und Sokolatz in Bosnien, 2 Sokolovac in Kroatien, Sokoletz in Böhmen, Sokolnitz in Mähren; im Rgb. Bromberg Sokolitz und Sokolowo, ein zweites Sokolowo und mehere Sokolnik im Rgb. Posen, Sokoligóra (d. h. Falkenberg)-Marienwerder, 2 Sokollen-Allenstein, Sokolken-Gumbinnen.

In Rußland: Sokolow, Gouv. Siedlce, Sokolka-Grodno, Sokolnik-Warschau, Sokolniki Moskau, Sokolowa-Charkow, Sokolova-Kiew, Sokalow-Wolhynien, Sokolowa-Wladimir, Sokologornoje (h. i. Ober-Falkendorf)- Taurien, Sokolskaja-Woronesch.

Pn: Sokoll, Sokolowsky, Sokołowski, Zokoll.

Deutsche Pn: Falk, Falkenberg, -hagen, -hausen, -heimer, -thal

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Dieser Text wurde von Andreas Meininger zur Verfügung gestellt. (2005)

 
© 2005 Egon Höcker
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