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Am Markte - pl. Józefa Pilsudskiego
von Armin Lufer, 19.11.2005
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Am Markte vor 1945

Am Markte
Foto vor 1945

Namensgeber
In Schlesischen Stadtanlagen heißt der "Markt" auch "Ring". Er ist die städtebauliche Ortsmitte mit dem Recht zur Marktabhaltung durch Handwerker, Gewerbetreibende und Händler. Der "Karlowitzer Markt" trägt dieser Definition Rechnung, er war auch das kulturelle Zentrum der "Gartenstadt". Nach 1945 trug dieser Platz verschiedene Namen Wawrzyniec Zulawski Platz (Schriftsteller, Komponist und Alpinist), danach Klement Gotwald Platz (erster Präsident der Tschechoslowakei nach dem Krieg). Heute heißt der Platz "pl. Józefa Pilsudskiego"

Begrenzung
Der "Markt" grenzt im Norden an die "Korsoallee", im Südosten an den "Erlenbusch" und im Südwesten an die "Wichelhausallee".

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Topographie  -  Am Markte

Bebauung
Der fast quadratische Marktplatz weist eine gemischte Bauweise aus; dominierend

  • sind dreigeschossige Wohnhäuser mit teilweise unterlagerten Einzelhandelsgeschäften, die von der "Eichborn-Siedlungs-Gesellschaft" in den Jahren 1927 bis 1928 gebaut wurden;
  • sind einige Wohn- und Geschäftshäuser der Gründerjahre um das Jahr 1910;
  • ist das kulturelle Zentrum, der "LINDENHOF", der Gaststätten-Komplex mit einem integrierten Saal für Tanz, Musik und Theater. Dieser Bau ist der Erste am "Markte" um das Jahr 1900 errichtete Neubau; - ist das an den "Lindenhof" angrenzende Villenobjekt, im Osten des "Marktes", welches um das Jahr 1920 durch den Kohlen-Großhändler KLIEM in einem repräsentativen Baustil errichtet wurde.

In die Anlage des Marktplatzes ist die "Krieger-Denkmal-Anlage" für Gefallenen der deutschen kaiserlichen Armee des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 eingeordnet worden. Sie besteht aus einem monumentalen Granit-Denkmal, erreichbar über zwei mehrstufige Treppen und einem großflächigen Podest für die Ausführung des militärischen Zeremoniells. Vor dem Denkmal ist eine Grünanlage und einem rechteckigen etwa 10 Meter langen Wasserbecken ca. 20 cm Tiefe- gestaltet worden, die den Markt betont verschönert hat.

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Breslau -  Am Markte - Zentrum von Karlowitz

Der "Markt" ist im Südwesten mittels eines integrierten "Torbogens" in die Eckenbebauung reit der "Wichelhausallee" verbunden.

Bauweise
Sämtlichen Gebäude, unabhängig von ihrer verschiedenartigen Nutzung weisen eine einheitliche Traufhöhe aus.
Die Häuser sind alle in der Ziegelbauweise mit Außenputz errichtet worden.

Persönliche Erinnerungen

Denkmal für die gefallenen Soldaten im I. Weltkrieg 1914-1918

An der Westseite des Marktes dominierte das "Kriegerdenkmal" mit den schön angelegten Grünflächen und Sitzbänken.

Mit der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht im "Dritten Reich" 1935, fand jeweils im März der "Tag der Wehrmacht" und im November der "Heldengedenktag" (heute ist das der "Volkstrauertag") statt.

An diesen beiden Tagen richtete man im "Lindenhof" ein Gastraum als "Wachlokal" für die Ehrenformation der Wehrmacht ein, die in stündlichen Rhythmus zur Wachablösung am Kriegerdenkmal aufgezogen ist. Auf dem Denkmalpodest standen jeweils zwei Soldaten mit geschulterten Karabinern Ehrenwache. Bei der Wachablösung präsentierte die Wache vor den zur Ablösung mit Paradeschritt aufmarschierenden Soldaten, die von einem Unteroffizier befehligt wurde.

Außer diesem Zeremoniell besaßen die Wachsoldaten immer eine besondere Anziehungskraft, denn es handelte sich stets um Wehrpflichtige, die für diesen Dienst ausgewählt wurden. Diese Soldaten erfreuten sich während ihres Aufenthaltes im Wachlokal stets der Aufmerksamkeit von Karlowitzern, die den Soldaten Erfrischungsgetränke, Obst, Kaffee und Kuchen reichten. Die Soldaten wurden nicht sonderlich üppig versorgt.

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Breslau -  Am Markte - Wachablösung (um 1938)

 
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