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Carlowitzstraße - ul. Czajkowskiego Piotra 
von Armin Lufer, 12.07.2006
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Carlowitzstraße Nr. 36
Foto 20051 

Namensgeber
Die Carlowitzstraße ist die Bezeichnung für die Trasse auf der die ersten Häuser für den im Jahre 1699 geschaffenen Ort "Carlowitz" gebaut wurde. Urkundlich ist diese Jahreszahl als Gründungsjahr genannt worden. Diese Strasse stellte die Magistrale des Ortes dar, vor der nachfolgen die Nebenstraßen angeordnet wurden.

Begrenzung
Die Straßentrasse ist halbkreisförmig und nimmt ihren Anfang im Nordosten mit der Einmündung in die Heinrich-von-Korn-Straße. Sie überquert die Eisenbahnlinie Breslau-Odertorbahnhof nach Oels, tangiert die nach Nordost abzweigende Schottwitzer-(Dorpater)-Straße, schneidet die Konstantin-Schnier-Straße und findet Ihren Abschluß in Höhe des Wasserwerkes Karlowitz und dem Dreieckplatz mit dem Dorfteich, der im Volksmund genannten "Quaklake". Die Meineckestraße wird von ihr ebenfalls eingebunden.

Topographie  -  Carlowitzstraße

Bebauung
Entsprechend der Entwicklung des Bauerndorfes Carlowitz vom 17. bis in des 20. Jahrhundert zur Gartenstadt Karlowitz hat sich auch die Bebauung mit Bauwerken für die unterschiedlichen Nutzungszwecke in verschiedenen Bauweisen gestaltet. Vom typischen eingeschossigen Bauerngehöft über mehrgeschossige Wohnhäuser in den 20 Jahren des 20. Jahrhundert in Klinkerbauweise bis hin zu moderneren Wohnhäusern, die in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg mit Mauerziegeln und Außenputz gebaut wurden, ist die Bebauung Ausdruck der Ortsentwicklung in unterschiedlichen Zeitperioden. Diese Straße weist keine städtebauliche Konzeption auf. Sie ist in sich zerklüftet, weist große ungenutzte Baulücken auf. Jedoch kann man erkennen, daß die Carlowitzstraße den Ursprung für die Gartenstadt darstellt.

Carlowitzstraße - Einmündung

Zwischen der Heinrich-von-Korn-Straße und der Bahnlinie sind zur Rechten, auf der nördlichen Straßenseite, in den 30iger Jahren mehrgeschossige Wohnhäuser als Reihenhäuser errichtet worden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, südwestlich, besteht eine parkähnliche Grünanlagengestaltung. Auf der Seite zur Meineckestraße findet man eine Bebauung für industrie-gewerbliche Nutzung.

Zwischen der Bahnlinie und der Konstatin-Schnier-Straße ist auf der nord-östlichen Straßenseite die Karlowitzer Baumschule angeordnet. Diese war vorbildlich gepflegt und bis zum Kriegsende 1945 betrieben worden.

Auf der süd-westlichen Straßenseite beginnt die Bebauung ab dem Bahnübergang mit der Karlowitzer Dorfschule, die später der Volksschule am Wasserturm angeschlossen wurde. Der zweigeschossige Ziegelbau verfügt über vier Klassen und einem Lehrerraum.

Carlowitzstraße - Bahnübergang

An dieser Schule schloß sich das Birkenwäldchen an, das für den Unterricht im Grünen genutzt wurde. Das sich in unmittelbarer Nähe befindliche dreigeschossige Reihenwohnhaus in Klinkerbauweise und mit Stuck-Schnörkeln an Fassaden und Balkon aus den 20iger Jahren betrieb einmal die Gaststätte "Zum Alten Fritz". Es folgt eine Tischlerei mit Sägewerk und eine Villa (Carlowitzstraße Nr. 48).  Zwischen der Villa mit einem großen Garten und dem Priesterseminar befand sich eine "Sandwüste", die vorwiegend von uns Kindern genutzt wurde.

Zwischen der Konstantin-Schnier-Straße und der Straße An den Brunnen, in Höhe des Karlowitzer Wasserwerkes und dem Platz mit der "Quaklake", sind auf beiden Straßenseiten in der Mehrzahl eingeschossige Bauernhäuser entstanden. Hier befanden sich auch die Bäckerei "Guhr", ein Geschäftshaus für den Fahrradhandel sowie ein Geschäftshaus, welches als Uniformschneiderei Anfang der 20iger Jahre genutzt wurde. Das Karlowitzer Wasserwerk in Klinkerbauweise schließt diese Magistrale des Dorfes ab. Das Wasser nahm man aus der Quaklake. Die unbebaute Fläche südlich der Karlowitzstraße wurde der sogenannte "Guhr-Bergel" als Spiel- und Rodelplatz genutzt. Hier befindet sich ein Trampelpfad, der eine Verbindung zur Korso-Allee herstellt.

Persönliche Erinnerungen

Dorfschule

Carlowitzstraße - Dorfschule

1935 wurde ich in der Dorfschule, die zu meiner Zeit Bestandteil der Volksschule Nr. 63 unterstellt war, eingeschult. Mein Klassenlehrer Eckert galt als beliebter Lehrer, der aufgeschlossen war, sich den Kindern zuwand und immer freundlich aussah. Mit der Versetzung in die 2. Klasse bekam ich einen neuen Klassenlehrer, der sich auf Rohrstock-Pädagogik verstand.

Schuhmacher Exner

In einem kleinen Bauernhaus war der Schumacher Exner in einem nachträglich ausgebauten Laden in der Erdgeschoßzone untergebracht. Dieser Schumacher reparierte die Schuhe unserer gesamten Familie. Hier kauften wir auch neue Schuhe. Wenn auch die Preise für die damaligen Zeiten für die Leistungen und die Qualität der Schuhe angemessen waren, so waren die Ausgaben im Rahmen des Familienbudgets sehr hoch. Die Rechnungsbeträge konnten nicht auf einmal beglichen werden, sondern sie wurden in Raten abgestottert. In einem Oktavheft trug Herr Exner den Betrag ein und bestätigte die monatlichen Ratenbeträge. Auf dieser Wiese regelten wir unsere familiären Schuhprobleme, obwohl wir in "Kreide" gestanden haben.

Guhr-Bergel

Auf dem Gelände des Guhr-Bergels versammelten sich nach dem Schulunterricht viele Mädchen und Jungs aller Altergruppen. Zwischen den Kindern aus dem Dorf und von den anderen Karlowitzer Straßen gab es regelmäßige Auseinandersetzungen in Form von Schneeballschlachten oder Einseifen.. Es ging meistens um die Vorrechte zur Nutzung des Bergels.

Armin Lufer, 12.07.2006

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Quellen/Links:
1  http://wroclaw.hydral.com.pl/12542,foto.html
2 Link zu aktuellen Bildern: http://wroclaw.hydral.com.pl/MDAyNDk=,ulica.html

 
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