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Korsoallee - Aleja Jana Kasprowicza
von Armin Lufer, 09.03.2006
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Franziskanerkloster

Namensgeber
Korso,  (ital.) Schaufahrt, Umzug; Straße für das Schaufahren; Hauptstrasse in italienischen Städten

Begrenzung
Im Westen endet die Korsoallee mit der Einmündung in die Trachenberger Strasse, die gleichzeitig die symbolische Grenze zu Rosenthal bildet. Im Osten endet sie sowohl am Drabiziusplatz als auch mit der Einmündung in die Konstantin-Schnier-Strasse, dem eigentlichen Kern von Karlowitz, dem Dorf.

Topographie  -  Korsoallee

Bebauung
Die Ost-West-Achse dieser Magistrale orientiert sich am Standort des katholischen Franziskanerklosters, des Klosters der Ursulinerinnen auf der Nordseite der Allee und dem Priesterseminar im Osten der Sichtachse.

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Korsoallee - Hauptverkehrsstraße von Karlowitz

Der Planung der Korsoallee lag nach meinen städtebaulichen Überlegungen das Ziel zugrunde, dass diese Strasse neben der Wichelhausallee als Magistrale der künftigen Gartenstadt Karlowitz ausgebaut werden sollte. Gleichzeitig sollte wahrscheinlich ein würdiger Rahmen durch ihre großzügige Ausgestaltung für Prozessionen der Katholischen Kirche und für Aufmärsche der Karlowitzer Militärgarnison zur Verfügung entstehen.

Die Korsoallee wurde als zweispurige Strasse mit großformatiger Granitsteinpflasterung beidseitigen Fahrradwegen und breiten Gehwegen geplant, die eingerahmt ist durch eine Laubbaumallee. Hier pflanzte man vorwiegend Kastanien. Im Bebauungsplan sah man in der Gesamtlänge Villen mit Vorgärten vor, die durch Einfamilienhäuser und im Bereich des Karlowitzer Parks und des Drabiziusplatzes mit nur eingeschossigen Mehrfamilienwohnhäusern zu ergänzen waren. 

Bis heute verwirklicht man dieses Konzept.  Die Baumallee hat sich in Jahrzehnten zu einem Baumtunnel weiterentwickelt und wurde auch keiner Weise durch eine wesentlich größere Verkehrsdichte beeinträchtigt.

In der Alleenkonzeption spiegelt sich die gelungene Einordnung der grünen Großgaststätte "Korsogarten", der Karlowitzer Park, der "Lindenhof" am Markt und die von der Korsoallee abgehenden Nebenstrassen wider.

Der nach 1945 anstelle der ehemaligen kleinen Polizeiwache an der Kreuzung mit der Wichelhausallee errichte Bau einer Gaststätte ist zwar ein architektonischer Einschnitt; dieser wir jedoch durch die voluminösen Kastanienbäume kaschiert! Die Korsoallee war und ist das Herzstück der Gartenstadt Karlowitz!

Persönliche Erinnerungen

Der Fliegende Trebnitzer

In der Einmündung der Korsoallee in die Trachenberger Strasse war die Haltestelle "Korso Allee" der Breslauer Kleinbahn angeordnet. Diese Kleinbahn mit ihrem Bahnhof am Benderplatz war die Erlebnisbahn eines jeden Breslauers, der einen Ausflug in das Katzengebirge und nach Trebnitz an den Wochenenden und Feiertagen- machen wollte. Diese Bahn hatte auch eine wirtschaftliche Bedeutung; denn die Bauern ließen ihre Waren zum Breslauer Markt - auf den Neumarkt oder auf den Blücherplatz oder in die Markthallen - mit diesem Zug von ihren Dörfern in die Stadt fahren.

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Fliegender Trebnitzer

Im Volksmund hieß die Kleinbahn "DER FLIEGENDE TREBNITZER", mit der man während der Fahrt Blumen pflücken konnte; denn die Fahrtgeschwindigkeit war sehr gering.

Im Vorschulalter fuhr ich mit einer Kindergruppe verschiedentlich mit dieser Kleinbahn von Karlowitz nach Trebnitz über Hünern. Diese Bahnfahrten sind bis heute in meinem Gedächtnis geblieben! Nach 1945 stellte man den Bahnverkehr ein. Die gesamte Trasse wurde demontiert und Teile davon kann man in einem kleinen Museum am ehemaligen Schiesswerder Platz heute besichtigen.

Armin Lufer, 09.03.2006

 
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