| Fotografische Spaziergänge nach 1945 und 2005
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Erich
Kohlert
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Breslau gehört zu den deutschen Städten, die erst in
den letzten Kriegstagen sehr stark zerstört wurden. Nach dem
Kriege dachten wenige daran, das zerstörte, nun polnische Breslau zu fotografieren. Außerdem
hatte auch kaum jemand die Möglichkeit dazu. Deshalb sind alle erhaltenen Aufnahmen
aus dieser Zeit von hohem
historischen Wert.
Ingo Schmidt übergab mir aus dem persönlichen
Nachlass von Erich Kohlert 77 Schwarzweisfotos, die im
Zeitraum von 1945 bis 1954 entstanden sind.
Wer war der Fotograf? Erich Kohlert, 1910 geboren,
hatte als Soldat den ganzen Krieg miterlebt und musste zum Schluss noch an der Verteidigung seiner Heimatstadt Breslau teilnehmen. Der Kriegsgefangenschaft konnte er sich
entziehen. Die Ausreise hatte er jedoch verpasst. Erst 1955
erhielt er die Genehmigung, in die Bundesrepublik zu
übersiedeln.
Während dieser Zeit sind auf seinen
Spaziergängen diese Fotos entstanden. Erich Kohlert wollte immer die
Bilder für die in Deutschland lebenden ehemaligen Breslauer veröffentlichen. Warum es nicht gelang, ist nicht bekannt.
Nach fast 60 Jahre erscheinen seine Fotos auf dieser
Homepage. Beim Betrachten der seltenen Aufnahmen kam mir die
Idee, im heutigen Wroclaw die selben Objekte aus dem gleichen Blickwinkel von damals erneut zu fotografieren.
Im April 2005 fuhr ich nach Wroclaw, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Dabei kamen mir die Jahreszeit und das Wetter zu Hilfe, da die Vegetation noch nicht soweit war, dass die Blätter die Architektur bedeckt hätten. Manchmal schien sogar die Sonne.
Lassen Sie sich von Erich Kohlert auf seine fotografischen Spaziergänge durch Breslau nach 1945 einladen und vergleichen Sie dabei damals und heute.
Berlin, 06.05.2005
Egon Höcker
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Nachtrag:
An dieser Stelle möchte ich mich bei Ingo Schmidt
bedanken, der mir die Originalfotos mit Exklusivrechten zur
Verfügung gestellt hat. Ohne seine Bescheidenheit wäre
dieses Projekt nicht entstanden. Wie oft kommt es vor, dass historisch entstandene persönliche
Sammlungen von
Postkarten, Briefmarken, Fotos usw. auseinander gerissen
werden, um diese zu verkaufen. Mit seiner Entscheidung blieb
diese Sammlung erhalten. Jetzt können sich viele Breslauer und
Familienforscher daran erfreuen.
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