Sie ist 1453 gegründet von dem Franziskaner Johann von Capistrano,
einem Italiener, der vom Papst entsandt war, um die Hussitische "Ketzerei"
zurückzuwerfen und zu bekämpfen, wo er sie fände.
Er war ein Mann von ganz großem Erfolg, und es wundert uns nicht,
dass der Rat der Stadt ihm einen Platz anwies vom Ketzerberg bis zum
Ziegeltore, um dort eine Kirche und ein Kloster zu begründen, die beide 1455
dem heiligen Bernhardin von Siena geweiht wurden. Zuerst war es ein schlichter
Holz- und Ziegelbau, bald aber wurde daraus ein starker, massiver Neubau,
der 1466 beendet war. Wer das Innere dieser Kirche gekannt hat, der weiß,
dass echte, weihevolle Stimmung einen erfüllte, sobald man den Hochaltar
im Halbdunkel vor sich sah und die machtvolle Länge des ganzen Mittelschiffes
überblickte. 1525 wurde die. Bernhardinkirche dem Magistrat der Stadt übergeben
und 1526 wurde der erste evangelische Pastor durch Johann Hess eingeführt.
Das Gotteshaus hat mancherlei wechselvolle Schicksale erfahren, so wurde es
1807 vorübergehend von russischen Soldaten als Kaserne benutzt. 1899 restuarierte man
das innere der Kirche.
Auf dem Friedhof an der Ofener Straße, der Eigentum der Berhardin-Kirche war,
befand sich das Grab des schlesischen Dichters Karl von Holtei. Auf seinem Grabstein
konnte man eine Zeile aus seinen Gedichten lesen:
"Suste nischt, ock heem"
Während der Festungszeit 1945 besonders in der Osternzeit
wurde die Kirche und ihre Anlage in Schutt und Asche gelegt. In dem Bericht
von Stadtdekan Konrad wird berichtet, das Propst Oertel am ersten Osterfeiertag
auf dem Weg zum Gottesdienst in der Tür stehend von einem Granatsplitter am
Kopf getroffen wurde und einige Wochen später starb. Am 12.08.1946 wurde Pfarrer
Treblin zwischen den Trümmern eingeführt.
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Anschrift |
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Kirchstraße |
| Pfarrhaus |
Kirchenstr.,
Seminarstr. 4 |
| Seelenzahl |
ca. 25 750 |
| Gemeindesaal |
An der Bernhardinkirche 4 |
| *Geistliche |
Oertel, Propst (1913), verwundet und gestorben 1945
Meyer-Fredrich (1922), +1960
Gottschewski (1927)
Dr. Berger (1931), +1961
Treblin, Heinrich * 1911
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| Beamte |
Seekamp, Kantor Organist
Jung, Rendant
Münch, Küster
Pluntke, Friedhofsinspektor
Scholz, Gemeindediakon |
| Friedhof |
Rothkretscham, Offener Straße 109
Dürrgoy, Bernhardinstraße |
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Angaben von 1940
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Archiv - Family History Library Catalog
| Taufen |
Heiraten |
Tote |
| 1812-1813 | 864883 |
1812-1813 | 864887 |
1812-1813 | 864889 |
| 1835-1843 | 864883 |
1817 | 864887 |
1817 | 864889 |
| 1844-1853 | 864884 |
1845-1862 | 864887 |
1834-1845 | 876389 |
| 1854-1862 | 864885 |
1863-1870 | 864889 |
1846-1858 | 864890 |
| 1863-1869 | 864886 |
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1859-1868 | 864891 |
Quelle: Intellectual Reserve CD 2000 |
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