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Anläßlich des 400jährigen Jubiläums der Geburt Luthers im Jahre 1883
faßte man den Beschluß, eine neu zu bauende Kirche in Breslau nach dem
Reformator zu benennen. Drei Jahre später, am 27. Januar 1896 weihte man
die Lutherkirche für die Evangelischen Lutheraner Breslaus ein.
Der Kaiser schenkte ihr eine Nachbildung der von Rietschel
modellierten Lutherfigur vom Reformationsdenkmal zu Worms, die man
am Hauptportal aufstellte.
Der Kirchturm mit seiner Höhe von 90,5 Meter
zählte zu den höchsten Bauwerken in Breslau. 1400 Sitzplätze bot sie
den Besuchern des Gottesdienstes. Außerdem soll die Kirche eine
hervorragende Akustik besessen haben. Kanzel und Altar
waren aus Eichenholz geschnitzt wurden.
Der Platz der Kirche am Scheitniger Stern, erwies sich in der
Festungszeit als verhängnisvoll. Um einen städtischen Flugplatz (1945) zu bauen,
sprengte man auf Befehl des Gauleiters Hanke das Gotteshaus.
Die Landebahn besaß jedoch keine strategische Bedeutung.
Augenzeugen berichteten, dass das Lutherdenkmal noch lange unversehrt auf den
Trümmern der Kirche gelegen habe.
Persönliche Erinnerungen
| 1945 und bis zur Ausweisung im August 1946 wohnten wir in der
Schulgasse und Uferzeile. Oben auf den Trümmern der Lutherkirche befanden sich mehrere Eintiefungen
in denen die Drehgestelle von Vierlings-Flak-Geschützen standen. Darauf ließ sich prima
Karussell fahren. An die Lutherfigur kann ich mich aber nicht erinnern. |
| aufgeschrieben von Alfred Thorand, 2004 |

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Anschrift |
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Scheitniger Stern, Lutherkirchplatz
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| Pfarrhaus |
Marienstr. 2 |
| Seelenzahl |
ca. 34 000 |
| Gemeindesaal |
Kaiserstr. 14 |
| *Geistliche |
Günzel (1908), + 1938 in Breslau
Pollack (1917), +1938 in Breslau
Schmidt (1927), +1961
Nay (1937)
Börner (1939)
Erasmus (1939)
Rosenberg
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| Beamte |
Wehner, 2. Küster
Gruber, Friedhofsverwalter
Liesecke, Gemeindediakon |
| Friedhof |
in Grüneiche und Zimpel |
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* Angaben von 1940
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