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Die Haupt- und Pfarrkirche St. Elisabeth
Herrenstrasse - An der Elisabethkirche

Dach der Elisabethkirche
Als nach der Zerstörung der ersten deutschen Siedlung beim Einfall der Mongolen die Stadt Breslau 1242 das  "Magedeburgischen Recht" erhielt, begann man mit dem Bau eines neuen Gotteshauses, der Elisabethkirche. Ihren Namen erhielt die Kirche von der Nichte der "Heiligen Hedwig", der "Heiligen Elisabeth von Thüringen", Gattin des Landgrafen Ludwig von Thüringen, gest. 1231, heiliggesprochen 1235, deren thüringischen Landsleute einst als deutsche Kolonisten in Breslau ihre neue Heimat gefunden hatten.

Die Patrizier der Stadt machten diese schöne Gebäude zu ihrer "glanzvollen" Kirche. 1525 wurde die Kirche evangelisch. Auf Vorschlag von D. Johannes Hess, dem Reformator von Breslau, wurde Dr. Ambrosius Moibanus der erste evangelische Prediger. Die Spitze des von 1452 - 56 erbauten 130 Meter hohe Turm wurde 1529 durch einem Orkan heruntergeworfen. Im Jahre 1535 ersetzte man den alten Turm durch einen 90 m hohen gedrungenen Turm, in dessen Kuppel sich sechs Glocken befanden. Mit 2000 Sitzplätzen und ihren baulichen Ausmaßen gehörte die Kirche zu den größten in Schlesiens. Zum 600jährigen Bestehen der Elisabethkirche schenkte König Friedrich Wilhelm IV drei Chorfenster. Von 1890 - 1893 renovierte man sie. Seitdem kann man ihr schachbrettartiges Ziegeldach bewundern. Sie war reich an Kapellen und Epitaphien der Breslauer Patrizierfamilien.

Die Elisabethkirche überstand die Festungszeit ohne größere Zerstörungen. Der erste Gottesdienst nach der Kapitulation wurde am Sonntag, den 13. Mai 1945 gehalten. Am 30. Juni 1946 fand der letzte deutsche evangelische Gottesdienst statt. Zwei Tage darauf, am 2. Juli übernahm die polnische Militärveraltung das Gotteshaus. Als polnisch-katholische Garnison- und Zivilkirche findet die Elisabethkirche seitdem Verwendung.


„Ich glaube, erst die Abschiedsstunde läßt uns ganz klar erkennen, was uns die Heimat bedeutet. Das Land unserer Väter und Kinder, das Land, dessen Charakter unser Wesen geprägt hat, das uns leiblich und seelisch ernährt hat, das Land, dessen Häuser und Straßen, Felder, Berge und Wälder uns ansprechen und anheimeln, wie sonst nie eine Landschaft, weil wir darin seit Generationen verwurzelt sind! Was bedeutet uns Breslauern die Elisabethkirche, ihre Mauern, ihre Glocken, ihre Orgel, ihre Gottesdienste? Seit den Tagen der Reformation ein Inbegriff seelischer Beheimatung! Wie haben wir um sie gezittert in den Monaten der Belagerung, wie haben wir sie gehütet und bewacht in den Brandzeiten nach der Eroberung. Und Gott hat sie uns stehen lassen mit ihrem mächtigen Turm als ein Zeichen seiner Treue und Barmherzigkeit. Und wenn nun sonntäglich ihre Kapelle gefüllt ist mit Abendmahlsgästen, die zum Abschied hier noch einmal zum Tisch des Herrn kommen wollen, dann ist es uns allen spürbar, wie schwer es ist, das zu lassen, woran unser Herz hängt.“

D. Dr. Konrad, Auszug aus der letzten evangelischen und deutschen Predigt,
Entstehen und Vergehen der evangelischen Kirchen Breslau, 1964,  S. 38f. 



Anschrift Herrenstrasse - An der Elisabethkirche
Pfarrhaus Herrenstr. 21-22, 
An der Elisabethkirche 1-2
Seelenzahl ca. 20 000
Gemeindesaal Büttnerstr. 12-13
*Geistliche Than, Kirchenrat (1907), +1956
Aust, Lic. (1913), +1960
Schwarz Ober-Kons.-Rat (1924), +1957
North, Lic. (1925)
Dr. Konrad, Lic. (1940)
Beamte Stolper, Krichkassenrendant
Pierzig, Oberorganist
Petri, Organist
Jentsch, Küster 
Gehlert, Friedhofsverwalter
Lange, Gemeindediakon 
Friedhof Kommunalfriedhof in Gräbschen

Angaben von 1940

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Buch

Filmnummer

Taufen 1808FHL INTL Film 864900
Taufen 1809-1810FHL INTL Film 864901
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Heiraten 1832-1838FHL INTL Film 876365
Heiraten 1839-1843FHL INTL Film 876366
Heiraten 1844-1847FHL INTL Film 876367
Heiraten 1848-1851FHL INTL Film 876368
Heiraten 1851-1854FHL INTL Film 876369
Heiraten 1855-1858FHL INTL Film 876370
Heiraten 1858-1863FHL INTL Film 876371
Heiraten 1863-1867FHL INTL Film 876372
Tote 1831-1834FHL INTL Film 876373
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Tote 1861-1863FHL INTL Film 876384
Tote 1864-1866, 1813FHL INTL Film 876385
Tote 1741-1746, 1754-1768FHL INTL Film 876386

Quelle:  Intellectual Reserve CD 2000


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Geistliche aus dem Buch "Entstehen und Vergehen der evangelischen Kirchen Breslaus" von Ulrich Bunzel
Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, München 1964
* Die Klammern nach dem Name (Jahr) bedeutet Amtsantritt
 
© 2004 Egon Höcker
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