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Breslauer Zoo

  1. Vorgeschichte des Zoos
  2. Breslauer Zoo
  3. Zoodirektoren

Am 10. Juli 1865 fand die offizielle feierliche Eröffnung des Zoologischen Gartens statt. Im Laufe der Jahrzehnte wurden immer neue Tierhäuser gebaut, weil sich die bisherigen als zu klein erwiesen. Das erste Affenhaus im maurischen Stil von 1865 wurde 1887 durch einen Neubau ersetzt, 1887/88 enstand ein neues, großes Elefantenhaus, das ebenfalls noch erhalten ist.

Nach dem Ersten Weltkrieg mußte der Zoo infolge der Inflation im März 1921 seine Tore schließen. Die liebevoll gehegten Tiere wurden an die Zoos in Berlin, Dresden, Köln, Frankfurt/M. und Leipzig abgegeben. Erst am 1. Mai 1927 konnte der Zoo wieder eröffnet werden, womit seine zweite Periode begann, die mit dem Festungskampf 1945 ihren traurigen Abschluß fand.

1938 wurden die vorbildlichen Freianlagen für Robben, Antilopen usw., ein Jahr später die Affenfelsen für die Bärenpaviane eröffnet. Der ausgemachte Liebling des Breslauer Zoos war der Schimpanse "Moritz", der 1931 in den Garten kam, um der vereinsamten, aus Kamerun stammenden "Resi" Gesellschaft zu leisten.

Schimpanse "Moritz" als Baby 
mit seinem Wärter, ERICH HAERTEL, 
Breslau (Foto: H. Mühlbach, 1931)

Schimpanse "Moritz" als gelehriger Schüler 
seines letzten deutschen Wärters, HEINRICH SKROPKE, 
Breslau (Foto: unbekannt, 1942)

Am 7. Oktober 1944 fielen die ersten Fliegerbomben auf den Zoo; es war der Beginn des Unterganges des Breslauer Tiergartens. Als Breslau längst im harten Festungskampf 1945 lag, erfolgte aus Sicherheitsgründen die grausame Erschießung der Raubtiere. Was sich damals an erschütternden Szenen im Zoo abgespielt hat, wurde von dem an der Erschießung teilnehmenden Breslauer Arzt Dr. Herbert Kraeker später niedergeschrieben. Es ist das gewiß traurigste Kapitel Breslauer Zoogeschichte. Was an Tieren den Festungskrieg überleben konnte, ist später von den Polen in ihr Land abtransportiert worden. Zeuge dieser Vorkommnisse war Breslaus letzter Zoodirektor Dr. Martin Schlott.

Die Kriegszerstörungen waren schnell beseitigt. Bereits 1948 eröffnete man den Zoo wieder. Nach 1956 wurde das Gelände erweitert, indem ehemaliges Ausstellungsfläche mit anschloß. Heute zählt der Zoologische Garten in Wroclaw mit seinen 5300 Tieren zu den größten in Polen.


Affenfelsen (Foto: E.Höcker, 2004)

Ein Besuch des Zoologischen Parks lohnt sich zu jeder Zeit. Der Besucher kann so manches entdecken, was noch aus der Zeit vor dem 1945 stammt, sowie sich beim Beobachten der Tiere vergnügen.  

Der Eingang zum Park liegt an der ul. Zygmunta Wróblewskiego, gegenüber der Jahrhunderthalle. Sie können die  Straßenbahnlinien Nr. 1, 2, 4, 10,16 nutzen, um zum Zoo zu gelangen.

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Quelle:  Das Breslau Lexikon, Gehard Scheuermann, Laumann-Verlag Dülmen,1994, Band 2 S.2018f
Dipl.-Biologe Horst G. W. Gleiss hat in seiner Chronik des Zoologischen Gartens die Geschichte des Breslauer Tierparks von 1865 bis 1965 dargestellt. Das Buch trägt den Titel »Unter Robben, Gnus und Tigerschlangen« (Selbstverlag, Wedel 1967)

 
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