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Neue Synagoge
Anger 8 (Łąkowa)


Neue Synagoge (Foto vor 1938)

Die "Neue Synagoge", auch die Liberale oder "Hauptsynagoge" genannt, stand am Anger Nr. 8. Sie diente, wie der Name sagt, den liberalen (assimilierten) Juden und war 1872 durch die Breslauer Rabbiner Gedalja Tiktin (1843-1886), einen Orthodoxen, und Manuel Joel, einen liberalen Rabbiner, eingeweiht worden. Ihr Erbauer war der aus Oels stammende jüdische Architekt Edwin Oppler. Sie galt neben der Berliner Hauptsynagoge als die größte und prächtigste Synagoge Deutschlands. An dritter Stelle stand erst die Münchner Hauptsynagoge. Oppler hatte sie in byzantinisch-romanischem Stil erbaut. Den schönen Zentralbau krönte eine 60 m hohe Kuppel, umgeben von vier kleineren Ecktürmchen; die Synagoge hatte eine besonders imposante Fensterrosette über dem Hauptportal.

In der berüchtigten sog. "Reichskristallnacht" vom 8/9. November 1938 haben aufgehetzte SA-Horden dieses jüdische Gotteshaus in Brand gesetzt. Danach wurde die Ruine abgetragen. Erhalten geblieben war nur noch die schmiedeeiserne Umzäunung, die den Platz um die Synagoge umgab.

Heute finden wir an dieser Stelle einen Gedenkstein.

Sie legten an den Heiligtum Feuer, 
entweihten
die Wohnung deines Namens 
bis auf dem Grund. 
(PS 74,7)

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Quellen: Die Breslauer Juden 1850-1944, Maciej Łagiewski, 1996;
Das Breslauer Lexikon, Gerhard Scheuermann, 1994, Laumann-Verlag Dülmen

 
© 2004 Egon Höcker
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