| Breslauer Synagogen1
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Siegelmarke der
Synagogen Gemeinde
Breslau2
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In Breslau findet man bis in die 30er Jahre zwei Arten von jüdischen
Bethäusern - private und landsmannschaftliche. Die privaten Bethäuser
gehörten den wohlhabend und einflußreichen jüdischen Familien.
Landsmannschaftliche Bethäuser waren meist mit den Juden aus einer
bestimmten Region oder Stadt verbunden. Es gab Synagogen der
Glogauer, Kalischer, Krotoschiner, Wolhynier, Lemberger, Lissaer,
Litauischen, Zülzer u. a. Juden und sie entstanden vor allem in
Handelszentren von Breslau. Diese Synagogen befanden sich meist in
gemietete Räume.
Obwohl am Anfang des 19. Jahrhunderts die preußischen Behörden
vorschlug, die Schließung der vielen Bethäuser und den Bau eines
gemeinsamen Tempels für die ganze Gemeinde, blieben zum Teil die
kleinen privaten und landsmannschaftlichen erhalten.
Die Synagoge ZUM TEMPEL war ein kleiner Betsaal und befand sich im
Haus Antonienstraße Nr. 30. Das Grundstück gehörte zuletzt der
Gemeinnützigen Grundstücks-GmbH Breslau. An das Bethaus erinnerte bis
1945 nur noch der Hausname "Zum Tempel", den die Nationalsozialisten
offenbar "übersehen" hatten, ein Kuriosum also.
Die ALT-GLOGAUER SYNAGOGE befand sich im Hause Gartenstraße Nr. 38.
Wem das Haus zuletzt gehört hat, wird im Adreßbuch (1942) nicht
vermerkt, lediglich, daß der Verwalter W. Freier hieß.
Die BAMBERGER SYNAGOGE befand sich im Haus Graupenstraße Nr. 5 und
zählte zu den kleinen privaten Betsälen. Das Anwesen gehörte zuletzt
Stellmachermeister W. Welsch aus Schmolz.
Schließlich ist noch die private PINCHASSYNAGOGE auf der
Höfchenstraße Nr. 84 in einem größeren Wohnhaus zu erwähnen, das
später dem Breslauer Großkaufmann B. Bettenworth aus Sibyllenort
gehört hat. Im letzten Breslauer Adreßbuch findet sich
selbstverständlich kein Hinweis mehr auf diesen jüdischen Tempel.
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Quellen:
1 Die Breslauer Juden 1850-1944, Maciej Łagiewski, 1996;
Das Breslauer Lexikon, Gerhard Scheuermann, 1994,
Laumann-Verlag Dülmen
2Besitz im Privatarchiv von Sefan Schulz
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