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Erinnerungen an die Viktoriaschule in Breslau.
Erstes Lyzeum für Mädchen - 1902 eröffnet.

Die Viktoriaschule befindet sich in der Matthiasstrasse, vom Waterlooplatz aus auf der linken Seite stadteinwärts sind es etwa 200 Meter. Die Schule ist sehr gut erhalten und wird weiterhin genutzt. In den Innenräumen ist alles wie vor 60 Jahren: die breiten Gänge und Treppen mit den geschwungenen Geländern aus Eichenholz. Heute heißt die Schule "Liceum Ogolnoksztalca" (allgemeinbildende Oberschule).

Liceum Ogolnoksztalca in Wroclaw

Auf dieser Schule war ich von Ostern 1940 bis zum Oktober 1944, dann wurde der Unterricht eingestellt, wir mußten zum Kriegshilfsdienst. Leiter der Schule war Oberstudiendirektor Walter Fleck bis zum 6. Mai 1945 (Breslau kapitulierte.) Ich hatte auch noch nach dem Krieg Kontakt zu unserem Direx, er stellte mir eine beglaubigte Bescheinigung aus, dass ich die Viktoriaschule bis zur Klasse 5B besucht habe.

Ich erinnere mich an einige Mitschülerinnen: Sieglinde Streichan (immer Klassenbeste) deswegen ist mir der Vorname Sieglinde auch heute noch eher unsympathisch. Ursel Strybni - eine gute Freundin - Ellen Steinhardt, auch mit ihr hatte ich später noch lange Kontakt. Sie heiratete einen englischen Kaufmann, der von seiner Firma nach Istambul versetzt wurde. 1959 erhielt ich von dort einen langen, letzten Brief, indem Ellen ausführlich die damaligen Verhältnisse, Gewohnheiten und Gebräuche schilderte. Zuletzt erwähnen möchte ich noch Marie Theres von Rassfeld. Sie kam 1942 in unsere Klasse, weil die Klosterschule, die sie besuchte, geschlossen wurde. Die neue adlige Mitschülerin konnte sehr gut Handarbeiten (war damals ein Unterrichtsfach) weniger gut war sie im Turnen und in Mathe - meinem Lieblingsfach war sie uns total unterlegen. 

60 Jahre nach meinem letzten Schultag

Ich erinnere mich gern an die Zeiten in der Viktoriaschule zurück und schau auch immer mal vorbei, wenn ich in Wroclaw bin.

Karla Postrach-Rast März 2005

 
© 2005 Egon Höcker
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