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Die St. Antonius-Kirche in Breslau-Carlowitz
Karlowitz (Karłowice)


St. Antonius-Kirche (Foto vor 1945)

Die Franziskaner waren die zweiten Bettelmönche, die sich in Breslau niederließen, wo ihnen Herzog Heinrich II. 1240 eine Kirche und ein Kloster zum hl. Jakobus erbaute, wie oben bei der St. Vinzenz-Kirche gesagt wurde. Nachdem die Franziskaner 1534 in der Reformationszeit Breslau verlassen hatten, kehrten. sie erst 1684 wieder und erbauten in den folgenden Jahren Kirche und Kloster zum hl. Antonius auf der Antonienstraße, das sie 1393 den Elisabethinerinnen überlassen mußten. Bei der Säkularisation 1810 verließen die Franziskaner zum zweiten Male Breslau, erst 1888 kehrten sie zurück. Es war ein großes Ereignis für die ausgedehnte, fast 20000Seelen zählende Pfarrei St. Michael, daß die Franziskaner, die seit 1888 als Dombeichtväter bei St. Aegidi wohnten, sich entschlossen, in Carlowitz an der Korsoallee in den Jahren 1895-1897 ein großes Kloster zu erbauen, das dann zum Mutterhaus und Studienkolleg der schlesischen Ordensprovinz (seit 1911) wurde. Am 14.05.1900 erfolgte die Grundsteinlegung der St. Antonius-Kirche, schon am 12.11.1901 konnte der erste Gottesdienst in ihr gehalten werden. Nach kurzer Pause erstanden in den Jahren 1904-1905 der Pfortenbau und der östliche Flügel des Klosters. Zur seelsorglichen Betreuung der Dörfer Rosenthal, das zu St. Bonifatius gehörte, Carlowitz und Schottwitz (Burgweide), die zu St. Michael gehörten, wurde am 01.01.1913 mit dem Kloster eine Kuratie verbunden, die im Pfarrverband von St. Michael bzw. St. Bonifatius verblieb.

Das Amt eines Kuratus versahen: P. Ignatius Morawietz von 1913-1924, P. Ferdinand Kutschera von 1924-1928, P. Bruno Pietsch von 1928-1931, P. Alfred Zurek von 1931-1936 und seit 1936 P. Dionysius Scholz. Da die Seelenzahl auf fast 5000 gestiegen war, half seit 1931 P. Augustin Rodewald als Kaplan, von 1932-1936 P. Gebhard Bonczkowitz und zuletzt P. Elzear Motzko. Die Besiedlung des Dominiums Schottwitz (Burgweide Ost) machte den Bau einer Kirche notwendig, für die unter Pfarrer Josef Engelbert am 07.12.1938 ein geeigneter Platz erworben wurde. Die von Diözesanbaurat Mokroß und dem Architekten Lawatsch entworfenen Pläne für den Kirchbau lagen bereits fertig vor, deren Ausführung aber der Krieg verhinderte. 1935 erbaute Kardinal Bertram in Breslau-Carlowitz das neue Priesterseminar, bei dem 1942 die Lokalie zum hl. Albertus Magnus errichtet wurde.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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