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Die St. Bonifatius-Kirche
Schießwerderplatz (Karola Marksa, pl. / Strzelecki, pl.)



Die St. Bonifatius-Kirche (Foto vor 1945)

Der Wunsch, im Norden der Stadt eine Kirche zu errichten, war schon 1892 laut geworden, da die St. Michaelis-Kirche im äußersten Südosten der ausgedehnten Pfarrei lag und das Odertorviertel in den letzten Jahrzehnten stark ausgebaut worden war. Aber erst 1896 konnte der notwendige Grund und Boden für 118000 Mark erworben werden. Am 26.04. 1896 genehmigte Kardinal Kopp den Kirchenbau, der hauptsächlich vom Bonifatiusverein finanziert und in den Jahren 1897/98 nach den Plänen des Diözesanbaumeisters Ebers vom Baumeister Hauke nach dem Vorbild von Gernrode errichtet wurde. Der Plan sah Raum für 1200 bis 1300 Kirchenbesucher vor, was bei dem beschränkten Bauplatz nur dadurch ermöglicht wurde, daß man an den Langseiten der Kirche Emporen einbaute. Die staatliche Genehmigung erfolgte erst am 08.02.1897. Am 29.11.1898 fand die feierliche Konsekration statt, am 03.01.1899 wurde die Pfarrei - St. Bonifatius errichtet die 110000 Seelen in Breslau und Rosenthal zählte. Oswitz wurde erst 1903 der Bonifatiuspfarrei einverleibt. In den Jahren 1905/06 erbaute Baumeister das Pfarrhaus. Als 1. Pfarrer wurde am 15.04.1901 Dr. August Hildebrand investiert, der am 21.06.1847 in Münsterberg geboren und am 28.06.1870 geweiht war. Sein Nachfolger war Georg Hauptfleisch, der am 07.06.1915 die Pfarrei übernahm. Hauptfleisch, der am 26.6. 1877 in Bolkenhain geboren und am 23.06.1902 geweiht war, hat sich um den Ausbau der Seelsorge in der Pfarrei sehr verdient gemacht, die auch nach der Abtrennung von Oswitz immer noch über 10000 Seelen zählte. Er begann auch die innere Umgestaltung der Kirche, den unscheinbaren Hochaltar ersetzte er durch einen marmornen, ließ einen neuen Tabernakel anfertigen und durch Prof. Gebhard Utinger in der Apsis des Presbyteriums in einem machtvollen Gemälde den Tod des hl. Bonifatius darstellen. Prof. Utinger malte auch 12 Kreuzwegstationen. Erzpriester und Geistl. Rat Hauptfleisch mußte im Mai 1947 Breslau verlassen, er kam nach Schwarzbach bei Fulda, wo er schon am 18.1.1948 starb. Er liegt auf dem Domfriedhof in Fulda begraben.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
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