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Die Kirche der Barmherzigen Brüder (Foto vor 1945)
Außer dem Lazarushospital gab es in Breslau um das Jahr 1700 nur noch ein
katholisches Hospital, nämlich das der Kreuzherren bei St. Matthias. Die
zahlreichen Stiftungen des Mittelalters waren in der Reformationszeit entweder
eingegangen oder in protestantische Hände gelangt. Ein katholisches Krankenhaus
war in Breslau nicht vorhanden, das einzige damals bestehende Krankenhaus zu
Allerheiligen nahm satzungsgemäß nur Protestanten auf! Im Jahre 1682 nahm man
das Lazarushospital für ein katholisches Krankenhaus in Aussicht und als
Krankenpfleger die Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott. Der Magistrat
genehmigte den Bau eines eigenen Brüderklosters vor dem Ohlauer Tor unter der
Bedingung, daß das Gebäude nur ein Stockwerk oder 20 Ellen Breslauer Maß hoch
aufgeführt werde. Aber erst am 01.11.1711 konnten die Barmherzigen Brüder in
Breslau festen Fuß fassen und das aus einigen Lehmhäusern bestehende
Klostergrundstück übernehmen. Kurz zuvor, am 18.07.1711, hatte der Kaiserliche
Kammerrat Ludwig Maximilian Cocx von Onßel dem Orden einen Garten und eine
dabei liegende Brandstelle für den Klosterbau geschenkt. Da aber der Platz für
den Bau nicht ausreichte, stiftete er am 22.05.1714 noch weiteres Gelände. Am
Dreifaltigkeitssonntag, dem 16.06.1715, nahm der Fürstbischof von Breslau
Kurfürst Franz Ludwig die Grundsteinlegung zum Kirchen- und Klostergebäude vor.
In den Bauplänen war die Kirche in ihrer heut noch bestehenden Form vorgesehen
und nach Süden zu sich anschließend das Kloster oder Hospitalgebäude mit zwei
Flügelanbauten, einem Ost- und einem Nordflügel. Am 01.11.1717 konnten die
ersten Kranken aufgenommen werden. Da wo zuletzt die Apotheke war, befand sich
der erste Krankensaal. Erst am 08.10.1722 wurde der Turmknopf aufgesetzt. Die
Gesamtkosten des Kirchenbaues beliefen sich auf über 18896 Floren. An der
Ausführung des Baues waren beteiligt: der bischöfliche Hofarchitekt Blasius
Peindtner, der Zimmermeister Joh. Bernhard, der Tischler Job. Richter, der
Schlosser Jakob Emanuel Rhein, der Glaser Joh. Friedrich Gutzschlag, der
Staffierer Gottfried Kallmann, der Bilderhauer Weißfeld, der Steinmetz Joh.
Karinger und der Wiener Maler Joh. Georg Schmidt. Die Konsekration der der hl.
Dreifaltigkeit geweihten Kirche nahm der Weihbischof Elias Daniel von Sommerfeld
am 24.04.1727 vor. Durch die Erweiterungsbauten 1864, 1883, 1890 bis 1898 erhielt
das Brüderkloster seine letzte Ausgestaltung.1
Das Klostergebäude wie auch die Klosterkirche haben die Festungszeit von
1945 überdauert. Das Krankenhaus der B.B. soll auch heute noch dem Orden
der Barmherzigen Brüder von St. Johannes von Gott als Spital dienen.
Quelle: 1Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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