Geschichte von Breslau


St. Petrus-Canisius-Kirche
Fürstenstrasse (Grunwaldzka + Ludomira Różyckiego)


St. Petrus-Canisius-Kirche (Foto vor 1945)

Bis zur Säkularisation war die räumlich kleine St. Aegidius-Kirche die Pfarrkirche der Domgemeinde. Im Jahre 1810 wurde die bisherige Kollegiatkirche zum Hl. Kreuz die Kuratialkirche der Dompfarrei, die auch die Dörfer Scheitnig, Bartheln, Bischofswalde, Grüneiche, Leerbeutel, Wilhelmsruh und Zimpel umfaßte. Infolge des Wachstums der Stadt war die Seelenzahl schon 1891 auf 12000 angestiegen. 1912 betrug sie über 16000 Katholiken. Da nach dem 1. Weltkrieg der rasche Ausbau von Grüneiche und Zimpel begann, wurde die Aufteilung der Dompfarrei dringend notwendig. Kardinal Bertram berief 1923 den eifrigen Pfarrer Job. Dittrich und errichtete am 01.01.1925 unter Abtrennung von der Dompfarrei, die auf die Kathedrale und ihre nächste Umgebung beschränkt wurde, die Pfarrei zum Hl. Kreuz. Zur weiteren Aufteilung wurde 1926 zunächst als Notkirche in der Fürstenstraße 59-63 die St. Petrus-Canisius-Kirche durch Architekt Langer erbaut, 1923 eine Lokalie im Pfarrverband mit der Kreuzpfarrei errichtet und am 15.03.1927 Otto Letzner als erster Seelsorger angestellt. Die Seelenzahl betrug 1928 bereits 6000 Katholiken, der Bezirk erstreckte sich über Scheitnig hinaus bis nach Wilhelmsruh. Am 01.01.1932 wurde St. Petrus Canisius zur Pfarrei erhoben und Kuratus Letzner als Pfarrer investiert. Da die Notkirche bei der weiter ansteigenden Seelenzahl längst zu klein geworden war, wurde sie 1937 auf das Doppelte erweitert. Der Hochaltar blieb an der alten Stelle, so daß er nun in der Mitte zwischen den beiden Teilen stand. Als Kapläne standen Pfarrer Letzner zur Seite Norbert Hettwer seit 15.12.1929, Gerhard Tschoetschel seit 04.03.1932, Karl Doiwa seit 13.9.1935.

Die Canisiuskirche wurde 1945 im Zuge der Anlegung des Flugplatzes in der Stadt zwischen der Kaiser- und der Fürstenbrücke abgebrochen. Pfarrer Letzner erfuhr nur zufällig davon und konnte noch das Allerheiligste und die kirchlichen Paramente und Geräte retten. Erzpriester Letzner starb am 13. März 1959 in Bad Frankenhausen (Kyffh.).

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus,  Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage


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