Breslauwappen



Geschichte von Breslau

Astronomische Uhr

Breslau-Land


Die St. Carolus-Kirche
Charlottenstrasse (Inźynierska Krucza Wielka)


Die St. Carolus-Kirche (Foto vor 1945)

Die Dörfer Gabitz und Höfchen, die ebenfalls 1868 nach Breslau eingemeindet wurden, gehörten noch 1897 kirchlich zu der weit entfernten Sandkirche. In der Gabitzstraße 16 hatten die Trebnitzer Borromäerinnen 1891 eine Niederlassung eröffnet. Hier baute der Breslauer Kuratklerus mit Unterstützung von Wohltätern zur besseren seelsorglichen Versorgung der Katholiken 1892 eine dem heiligen Karl Borromäus geweihte Kapelle, bei der eine Kuratie eingerichtet wurde, die zunächst im Pfarrverband der Sandkirche blieb. Der erste Kuratus war Theodor Richter, geboren am 30.01.1865 in Wittichenau, geweiht am 23.06.1890, der 1895 Pfarrer von Gnichwitz wurde, wo er 1934 starb. Die Kuratie umfaßte 1897 schon 6000 Katholiken. Am 24.10. 1895 übernahm Josef Wirsig als zweiter Kuratus die Seelsorge, der am 20.11.1863 in Münsterberg geboren und am 15.06.1892 geweiht war. Am 03.03.1900 erfolgte unter Abtrennung von der Sandkirche die Erhebung der Kuratie zur selbständigen Pfarrei. 1902 betrug die Seelenzahl schon über 7300, es wurde daher am 30.06.1905 als erster Kaplan Alois Heidrich angestellt. Ihm folgte 1909 Walter Schwedowitz. Da die Kapelle für die Gemeinde von fast 10000 Seelen zu klein war, entschloß sich Pfarrer Wirsig zu einem Neubau an der Charlottenstraße, der in den Jahren 1911-15 als romanische, dreischiffige Hallenkirche errichtet wurde. Eigenartig ist die Kanzel, die die Form eines Schiffes mit dem heiligen Petrus am Steuer darstellt. Pfarrer Wirsig übernahm 1913 die Pfarrei Patschkau, ihm folgte Dr. theol. et phil. Johannes Schmidt, geb. 1875, geweiht 1901, der (nach dem Verlassen von Breslau) am 20.07.1947 in Oranienbaum starb und in Dessau beerdigt ist.

Die Caroluskapelle übernahmen 1923 die Jesuiten, die sie erweiterten und in St. Agnatius-Kirche umbenannten. Drei Jesuiten versahen die Seelsorge.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
Fragen und Anregungen zur Website?