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St. Corpus Christi Kirche (Foto vor 1945)
Die Johanniter wurden als Hospitalorden im Hl. Lande gegründet. Kriegsdienst im
hl. Kampf ist erst seit 1137 nachweisbar. In Deutschland erscheint der Orden
zuerst in Böhmen und zwar 1159 in Prag. Von dort kamen die Johanniter nach
Breslau, wo sie 1273 bereits einen Hof hatten. Sie übernahmen die Pflege in dem
1318 gestifteten Hospital zum hl. Leichnam. Um 1320 soll eine einschiffige,
dreijochige Kirche erbaut worden sein, die 1334 erwähnt wird. Die Erweiterung
auf die jetzige Form erfolgte im frühen 15. Jhh. Der schöne gotische Giebel
stammt etwa aus dem Jahre 1450. Mit der Kirche war durch einen Bogengang über
die Schweidnitzer Straße schon 1369 der Kreuzherrenhof verbunden an der Seite
des späteren Generalkommandos. Nördlich der Kirche lag das 1318 vom Rat
gestiftete Hospital zur hl. Dreifaltigkeit, in dem die Johanniter die Pflege
übernahmen. 1540 verpfändete König Ferdinand I. die Kommende zu Corpus Christi
dem Breslauer Rat, der bis 1548 lutherischen Gottesdienst in der Kirche halten
ließ. Dann wurde sie als Salzmagazin und Marstall benutzt, bis Kurfürst Franz
Ludwig sie 1692 für 30000 Gulden einlöste und dem katholischen Gottesdienst
zurückgab. Im Siebenjährigen Kriege und in den Jahren 1778, 1790, 1805-1806
benutzten die Preußen die Kirche als Getreidemagazin, 1813-1814 als Lazarett.
1810 wurden Kirche und Kommende säkularisiert.
1814 übernahm Pfarrer Galler die Seelsorge in der Corpus Christi - Pfarrei, die
1832 mit der Nikolauspfarrei vereinigt wurde, deren Kirche im Kriege 1806
zerstört worden war. Am 1. 9. 1876 gestattete der Staat der altkatholischen
Sekte die Mitbenutzung der Corpus-Christi-Kirche, die Katholiken hielten fortan
nur im Pfarrhaus ihren Gottesdienst. Erst 1920 räumten die Altkatholiken die
Kirche und übernahmen die St.-Anna-Kapelle auf der Sandstraße. Seit Ostern 1921
wird in der Corpus-Christi-Kirche wieder katholischer Gottesdienst gehalten. Am
1. 4. 1921 wurde sie zur Pfarrei erhoben.
Während der Belagerung Breslaus 1945 erlitt die Kirche schweren Schaden am Dach,
sie brannte aber nicht aus. Die Pfarrei umfaßte zuletzt etwa 6000 Seelen, ihr
letzter Pfarrer, Geistl. Rat Georg Direske, starb am 13.12. 1946
in Harthausen bei Speyer.
Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus,
Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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