Geschichte von Breslau


Kathedralekirche zum hl. Johannen Baptistam - Dom
Domstrasse (ul. Katedralna)


Breslauer Dom  (Foto vor 1945)

Das Bistum Breslau wurde im Jahre 1000 gleichzeitig mit dem Erzbistum Gnesen in Anwesenheit des Kaisers Otto III. gegründet. Die ersten Bischöfe residierten wahrscheinlich bei der Burgkapelle zum hl. Martin. Den ersten steinernen Dom erbaute Bischof Walter (1149-1169) im romanischen Stil.
Im Jahre 1244 begann Bischof Thomas I. (1232-1268) den Bau des Hochchores und der Osttürme des heutigen Domes und zwar an derselben Stelle, wo Bischof Walter seinen romanischen Dom erbaut hatte. Die Enkel der hl. Hedwig, Boleslaus II. (+ 1278) und Heinrich III. (+ 1266) haben den Bau tatkräftig unterstützt. 1272 erhielt der vollendete Hochchor von Bischof Thomas II. (1270-1292) die Weihe. Seine Nachfolger setzten den Ausbau fort, Bischof Preczlaus v. Pogarell (1342- 1376) vollendete ihn und baute 1361 den Kleinchor, in dem er begraben liegt. Der Ausbau der Westtürme erfolgte unter Bischof Wenzel v. Liegnitz (1382-1417). Der Domherr Joh. Jak. Brunetti ließ 1672 durch den italienischen Baumeister Carlo Rossi die Sakramentskapelle erbauen. Kardinal Friedrich v. Hessen begann 1680 den Bau der St.-Elisabeth-Kapelle durch die Baumeister Giacomo Scianzi und Carlo Rossi. Die prächtigen Altarfiguren schuf der Italiener Ercole Ferrata und die des Grabmals Domenico Guidi. Die Marmorbüste des Kardinals über dem Eingang wird Lorenzo Bernini zugeschrieben. Den Prachtbau der Kurfürstlichen Kapelle ließ Fürstbischof Kurfürst Franz Ludwig in den Jahren 1716-1724 durch den Wiener Baumeister Fischer von Erlach aufführen. Der Bau kostete 200 000 Gulden. Die Figuren des Hochaltars schuf Ferdinand Brockhof aus Prag. Die Bekleidung der Wände und die korinthischen Pilaster aus Prieborner Marmor sind von Kaspar Herberg und Joh. Karinger. Die beiden Wandgemälde stammen von Franz de Backer aus Antwerpen und die Kuppelfresken von Carlo Carlone. Die große, 113 Zentner schwere Glocke stiftete Dompropst Graf Kornelius von Strattmann, nach dem sie benannt wurde. Sie wurde beim Dombrand am 9.6.1759 vernichtet, 1765 aber neu gegossen. Der bei der Belagerung Breslaus 1945 zerstörte Dom ist inzwischen wiederhergestellt. Unter dem Hochchor wurden die Grundmauern der Krypta des Walter'schen Domes freigelegt.

 Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage


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