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St. Dorotheen Kirche (Foto vor 1945)
Auch die Augustiner-Eremiten hielten von Böhmen aus schon im 13. Jhh. ihren
Einzug in Schlesien, so in Grottkau und Haynau und vor 1329 in Reichenbach.
Kloster und Kirche zur hl. Dorothea in Breslau wurde nicht, wie bisher
behauptet, von Kaiser Karl IV. (1347-1378) gestiftet, sondern mit seiner
Genehmigung begann der Provinzial von Böhmen und Polen P. Nikolaus auf einem von
den Breslauer Bürgern Job. Stille und Jakob Reymfried erworbenen Grundstück den
Bau der gewaltigen Kirche und des Klosters. Die Kirche hat eine Länge von 83 m,
ihr Dach ist einem Berge vergleichbar. Der einschiffige, fünfjochige Chor und
der Turm war 1381 und das dreischiffige Langhaus 1401 vollendet. Von 1352 bis
1530 blieben die Augustiner-Eremiten im Besitz von St. Dorothea, dann zogen die
letzten 5 Mönche in das gegenüber gelegene Hospital zum hl. Hieronymus, während
die Franziskaner von St. Jakob nach St. Dorothea übersiedelten. Infolge der
lutherischen Bewegung nahm die Zahl der Mönche immer mehr ab, am 20.10.1534
übergab der letzte Franziskaner Kirche und Kloster der Stadt. Beides überließ
Kaiser Ferdinand I. am 15.10.1561 der Stadt zum freien Gebrauch, die nun ein
Magazin darin einrichtete. Die Absicht des Kaisers im folgenden Jahre ein
Jesuitenkolleg bei St. Dorothea zu stiften, scheiterte am Personalmangel. Erst
1613 gab Kaiser Matthias Kirche und Kloster den Minoriten zurück, die am
6.2.1615 ihren Einzug hielten und die Instandsetzung vornahmen. Die innere
Barockausstattung stammt aus dem Jahre 1686. Die Minoriten erhielten 1707
pfarrliche Rechte. Bei der Säkularisation 1810 wurde das Minoritenkloster
aufgehoben, die Dorotheenkirche blieb weiter Pfarrkirche. Im Kloster erhielt
1817 das königliche Inquisitorat seinen Sitz, bis. es 1852 in das neu erbaute
Amtsgerichtsgebäude am Stadtgraben verlegt wurde. Das Kloster wurde dann
abgebrochen. Die Pfarrei St. Dorothea zählte zuletzt etwa 7400 Seelen.
Bei der
Belagerung Breslaus 1945 hat die Dorotheenkirche nur wenig Schaden gelitten, der
bald beseitigt wurde. Der letzte deutsche Pfarrer, Msgr. Alfons Härtel, amtiert
jetzt in Stuttgart-Möhringen an der von ihm neu erbauten St.-Hedwigs-Kirche.
Eine weitere Kirche baut er in Stuttgart-Fasanenhof.
Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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