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Auch die Augustiner-Eremiten hielten von Böhmen aus schon im 13. Jhh. ihren Einzug in Schlesien, so in Grottkau und Haynau und vor 1329 in Reichenbach. Kloster und Kirche zur hl. Dorothea in Breslau wurde nicht, wie bisher behauptet, von Kaiser Karl IV. (1347-1378) gestiftet, sondern mit seiner Genehmigung begann der Provinzial von Böhmen und Polen P. Nikolaus auf einem von den Breslauer Bürgern Job. Stille und Jakob Reymfried erworbenen Grundstück den Bau der gewaltigen Kirche und des Klosters. Die Kirche hat eine Länge von 83 m, ihr Dach ist einem Berge vergleichbar. Der einschiffige, fünfjochige Chor und der Turm war 1381 und das dreischiffige Langhaus 1401 vollendet. Von 1352 bis 1530 blieben die Augustiner-Eremiten im Besitz von St. Dorothea, dann zogen die letzten 5 Mönche in das gegenüber gelegene Hospital zum hl. Hieronymus, während die Franziskaner von St. Jakob nach St. Dorothea übersiedelten. Infolge der lutherischen Bewegung nahm die Zahl der Mönche immer mehr ab, am 20.10.1534 übergab der letzte Franziskaner Kirche und Kloster der Stadt. Beides überließ Kaiser Ferdinand I. am 15.10.1561 der Stadt zum freien Gebrauch, die nun ein Magazin darin einrichtete. Die Absicht des Kaisers im folgenden Jahre ein Jesuitenkolleg bei St. Dorothea zu stiften, scheiterte am Personalmangel. Erst 1613 gab Kaiser Matthias Kirche und Kloster den Minoriten zurück, die am 6.2.1615 ihren Einzug hielten und die Instandsetzung vornahmen. Die innere Barockausstattung stammt aus dem Jahre 1686. Die Minoriten erhielten 1707 pfarrliche Rechte. Bei der Säkularisation 1810 wurde das Minoritenkloster aufgehoben, die Dorotheenkirche blieb weiter Pfarrkirche. Im Kloster erhielt 1817 das königliche Inquisitorat seinen Sitz, bis. es 1852 in das neu erbaute Amtsgerichtsgebäude am Stadtgraben verlegt wurde. Das Kloster wurde dann abgebrochen. Die Pfarrei St. Dorothea zählte zuletzt etwa 7400 Seelen. Bei der Belagerung Breslaus 1945 hat die Dorotheenkirche nur wenig Schaden gelitten, der bald beseitigt wurde. Der letzte deutsche Pfarrer, Msgr. Alfons Härtel, amtiert jetzt in Stuttgart-Möhringen an der von ihm neu erbauten St.-Hedwigs-Kirche. Eine weitere Kirche baut er in Stuttgart-Fasanenhof. Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage |
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