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Die St. Elisabeth-Kirche
Gräbschener Strasse (Grabiszyńska)


Die St. Elisabeth-Kirche (Foto vor 1945)

Das Dorf Gräbschen mit 475 Katholiken gehörte noch 1897 zur Pfarrei St. Nikolaus, die damals etwa 38000 Seelen zählte, da die Corpus-Christi-Kirche von den Altkatholiken benutzt wurde. Gräbschen war 3,5 km von seiner Pfarrkirche entfernt. Um dieser Notlage abzuhelfen, wurde in den Jahren 1893-1896 auf der Gräbschener Straße die St.-Elisabeth-Kirche im neugotischen Stil erbaut. Die Seelsorge versah zunächst der Kuratus Dr. August Hildebrand in dem 1896 eröffneten Krankenhaus der Elisabethinerinnen. Diese waren schon 1737 nach Breslau gekommen und hatten zunächst in der Seminargasse ein Krankenhaus eingerichtet. Als dies baufällig wurde, erhielten sie 1793 das Kloster der Franziskaner auf der Antonienstraße mit der Antoniuskirche. Als krankenpflegender Orden blieben die Elisabethinerinnen bei der Säkularisation weiter bestehen. Nachdem das alte Haus auf der Antonienstraße längst zu klein geworden war und nicht mehr den modernen Anforderungen entsprach, bauten die Elisabetherinnen in den Jahren 1893-1896 das neue Krankenhaus mit der Kirche. Erst am 10. 8.1899 wurde bei St. Elisabeth eine eigene Pfarrei errichtet, die 1902 bereits 11 788 Seelen zählte. Als erster Pfarrer hielt der in Breslau geborene und 1893 geweihte Paul Zimbal am 22. April 1901 seinen Einzug. Schon im September 1901 wurde als Kaplan Dr. theol. et. phil. Alphons Wolf angestellt, der bis 1909 hier wirkte und in den Jesuitenorden eintrat. 1907 war die Seelenzahl schon auf 14 838 gestiegen, als 2. Kaplan trat daher Joseph Stenzel am 14.09.1908 seinen Dienst an. Nachfolger des Kaplans Wolf wurde Joseph Tschöcke am 20.05.1909. 1912 betrug die Seelenzahl 17245. Nachfolger des Pfarrers Zimbal, der 1926 in den Ruhestand trat, wurde Johannes Moerke, der 1884 in Breslau geboren und 1908 geweiht war. Er starb aber schon 1933 im Alter von 49 Jahren. Am 27.06.1933 übernahm Bruno Krause die Pfarrei, der 1892 geboren und 1916 geweiht war. Auch er starb im besten Mannesalter am 07.03.1943. Sein Nachfolger wurde der Pfarrer in Kapsdorf, Georg Bartsch, geboren 1900, geweiht 1925. 1947 mußte er Breslau verlassen. Der Geistlicher Rat Georg Bartsch amtierte danach in Erfurt.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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