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Die Pfarrkirche zur hl. Familie in Zimpel


Pfarrkirche zur hl. Familie (Foto vor 1945)

Zur weiteren Aufteilung der ausgedehnten Kreuzpfarrei wurde eine neue Kirche in dem über 3 km entfernten Vorort Zimpel notwendig. 1830 zählte Zimpel nur 22 Einwohner, darunter 7 Katholiken. 1891 betrug die Zahl der Katholiken schon 126. Aber erst durch die große Siedlung nach dem 1. Weltkriege stieg die Zahl der Katholiken rasch auf 5000. Im Jahre 1928/29 wurde daher durch den Architekten Kurt Langer die Kirche zu Ehren der HI. Familie erbaut, die zunächst im Pfarrverband mit der Kreuzkirche blieb. Am 15.11.1929 erhielt die neue Gemeinde ihren ersten Seelsorger in der Person des bisherigen Geheimsekretärs Sr. Eminenz, des Kuratus Josef Kramer, der 1892 geboren und 1920 geweiht war. Am 1. 1. 1932 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben und Kuratus Kramer als erster Pfarrer investiert. 1939 berief Kardinal Bertram den Pfarrer Kramer ins Domkapitel. Sein Nachfolger in Zimpel wurde am 01.10.1939 der Studienrat Franz Fritsch, der 1888 geboren und 1911 geweiht war. Als erster Kaplan wirkte von 1931-36 in der Pfarrei Karl Ludwig, der als Pfarrer von Strehlitz bei Namslau im Januar 1945 von den Russen erschossen wurde.

Erzpriester Fritsch, der während der Belagerung Breslau verlassen mußte, hat nach seiner Rückkehr im Juni 1945 die schwerbeschädigte Kirche wiederhergestellt. Nach seiner Ausweisung 1946 wirkte er neun Jahre in Dessau, 1955 fand er Aufnahme bei den Lioba-Schwestern in Singen am Hohentwiel, wo er am 16.09.1960 starb. Kanonikus Kramer, seit 1940 Kurator der Grauen Schwestern und 1945 Generalvikar der Festung Breslau, lebte zuletzt in Reinbek bei Hamburg im Mutterhaus der Grauen Schwestern, wo er, erst 63 Jahre alt, am 06.04.1956 starb.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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