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Die Pfarrkirche zum hl. Geist


Pfarrkirche zum hl. Geist (Foto vor 1945)

Das Dorf Dürrgoy im Südosten von Breslau gehörte bis zur Säkularisation der Vikarien-Kommunität am Dom und kirchlich zur St. Mauritius-Pfarrei. 1830 zählte es 208 Einwohner, darunter 46 Katholiken. Nach Errichtung der St. Heinrichs-Pfarrei wurde Dürrgoy um 1900 dieser zugeschlagen. Die Zahl der Katholiken war auf etwa 300 gestiegen, die einen Kirchweg von 2 km zurückzulegen hatten. Die Eingemeindung Dürrgoys in die Stadt Breslau 1904 brachte einen weiteren Zuwachs. Im Jahre 1928 betrug die Seelenzahl der St. Heinrichs-Pfarrei schon über 21 500, die dringend den Bau einer weiteren Kirche erforderte. So wurde in Dürrgoy die Lokalie zum Hl. Geist errichtet und schon 1928 mit dem Bau der Kirche begonnen, die Kardinal Bertram am 20.01.1929 konsekrierte. Die Ausführung des Baues lag in den Händen des Architekten Pfaffroth und des Baumeisters Oskar Stritzke. Den Altar und die Kommunionbank lieferte die Firma Borgioli und die Orgel die Firma Sauer in Frankfurt a. d. Oder. Ihren ersten Seelsorger erhielt die neue Gemeinde, die 1200 Seelen zählte, am 1. 4. 1929 in der Person des bisherigen Präfekten am Knabenkonvikt in Breslau, Johannes Gulitz, der 1893 geboren und 1920 geweiht ist. Am 01.01.1932 wurde die bisherige Kuratie zur Pfarrei erhoben und Kuratus Gulitz als Pfarrer investiert. Da die Seelenzahl auf über 4000 anstieg, erhielt die Gemeinde am 18.02.1937 den ersten Kaplan, Johannes Lorke, später Pfarrer von Leuthen, heute in der Diözese Meißen tätig.

Die Heilig-Geist-Kirche geriet bei den schweren Kämpfen im Süden Breslaus im Jahre 1945 in die Hauptkampflinie und wurde zerstört. Geistlicher Rat Erzpriester Johannes Gulitz war nach seiner Vertreibung als Seelsorger in Neudietendorf bei Erfurt tätig. Als Kapläne wirkten an der Heilig-Geist-Kirche Günther Schiebel, dann in Geithe über Hamm (Westfalen), seit dem 25.1. 1936, Johannes Lorke, dann in Bad Lausick (Meißen), seit dem 18.02.1937, und Rudolf Schiptur seit 01.03.1939, der 1942 in Rußland fiel.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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