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Die Muttergotteskirche in Grüneiche


Die Muttergotteskirche in Grüneiche (Foto vor 1945)

Grüneiche bei Breslau war schon um 1830 ein beliebter Ausflugsort der Breslauer mit einem Kaffeehaus (Oderschlößchen) und einer Brennerei. Die Einwohnerzahl betrug damals 154, davon die Hälfte Katholiken. Kirchlich gehörte Grüneiche zur Dompfarrei, von der es 3 km entfernt war. 1891 zählte es 199 Katholiken, es besaß eine katholische Schule. Im Mai 1903 plante man die Verlegung des Lazarushospitals von der Klosterstraße in eine der Vorstädte. Dafür wurde am 15.12.1909 das Gutshaus in Grüneiche mit einem 10 Morgen großen Park für 140 000 Mark von der Besitzerin Frau Höltken erworben. Es kam aber nicht bald zum Bau des Hospitals, obwohl die Mittel hierfür zur Verfügung standen. Dann kamen Krieg und Inflation, die den Neubau unmöglich machten. Deshalb erwarb der Fürstbischöfliche Stuhl am 10.03.1918 das Grundstück, um dort eine Niederlassung der Redemptoristen zu gründen, die schon am 7.4.1918 ihren Einzug hielten und zunächst im Gutshause Gottesdienst einrichteten. Die Redemptoristen waren den Breslauern nicht unbekannt. Denn sie hatten bereits am 13.05.1900 die Wallfahrtsseelsorge in Wartha übernommen, von wo sie auch an vielen Orten Aushilfe leisteten. In den Jahren 1918-19 wurde die Kirche zu Ehren der Muttergottes, der Trösterin der Betrübten, durch Diözesanbaurat Ebers erbaut und dazu das Holz von den Gerüsten der Domtürme verwendet. Am 2.7.1919 konnte die neue Kirche von dem Domherrn und späteren Weihbischof Valentin Wojciech benediziert werden. Erster Oberer der Redemptoristen-Niederlassung war P. Dr. Augustin Rösler und nach ihm P. Franz Xaver Franz. Neben dem P. Superior waren zunächst noch fünf Patres tätig. P. Dr. Rösler starb am 02.04.1922 im Alter von 71 Jahren in Breslau und liegt auch bei der Kirche begraben. Grüneiche wurde viel von den Breslauern besucht. Zuletzt war in Grüneiche das Provinzialat der ostdeutschen Vizeprovinz der Redemptoristen.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
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