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| St. Josephs-Kirche
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St. Josephs-Kirche (Foto vor 1945)
Die St. Jofephs-Kirche
Der Gedanke, zur Entlastung der St. Mauritius-Kirche und zur besseren
seelsorglichen Versorgung der Katholiken in der Vorstadt in der Ofener Straße
eine Kirche zu bauen, geht bis ins Jahr 1916 zurück. Man nahm das Grundstück des
Gärtnereibesitzers Richard Senzky, Ofener Straße 44/46, in Aussicht, das 61 a
groß war und 80 000 Mark kosten sollte. Der Erwerb verzögerte sich aber durch
den Tod des verdienten Ehrendomherrn Wilhelm Velkel und durch die Neubesetzung
der Pfarrei. Erst Erzpriester Kobel konnte 1917 das Grundstück erwerben, das
etwa 1,6km von der St. Mauritius-Kirche entfernt ist. Krieg und Inflation nahmen
die Möglichkeit, mit dem Kirchbau zu beginnen. Erst 1928 trat der
Kirchenvorstand dem Kirchbau wieder näher. Es wurde damals ein Kirchbauverein
gegründet, dessen Vorsitz der Drogeriebesitzer Bruno Sahm übernahm, und zunächst
in der Aula der Schule Ofener Straße 46/50 ein Gottesdienst eingerichtet. Wieder
vergingen mehrere Jahre, bis 1931 der Architekt Freiherr v. Ohlen mit dem
Entwurf beauftragt wurde, der wegen der eingeengten Lage des Baugrundstückes
zwischen einem Feuerwehrdepot auf der einen und einem Fabrikgrundstück auf der
anderen Seite den Bau von zwei Vorderhäusern und der weiter zurückliegenden
Kirche in Form eines Sechsecks von je 8 m Seitenlänge vorsah. In den
Vordergebäuden wurde die Wohnung des Geistlichen einerseits und der Schwestern
mit Kindergarten und Kinderhort andererseits untergebracht. 1932 begann man mit
dem Kirchbau, den Erzpriester Peikert, der die Mauritiuspfarrei am 28.09.1932
übernahm, nur noch vollenden konnte, ohne auf die Gestaltung Einfluß zu haben.
Die feierliche Konsekration erfolgte durch Kardinal Bertram am 25.09.1933. Die
Seelsorge in der bereits 3200 Seelen zählenden Gemeinde übernahm Kuratus Walter
Laßmann bis 1947. Die Gesamtkosten des Baues beliefen
sich auf etwa 155 000 RM. Die Lokalie St. Josef blieb bis 1942 im Pfarrverbande
von St. Mauritius. Neben Brockau und Klein Tschansch ist St. Josef die dritte
Filiale der ausgedehnten St. Mauritius-Pfarrei, die 1938 immer noch 15000 Seelen
zählte.
Am 29.3. 1945 wurde die St. Josephs-Kirche mit den dazugehörigen Gebäuden
von Angehörigen der deutschen Wehrmacht in Brand gesteckt. Die von Pfarrer
Laßmann wiederhergestellte Kirche hat Weihbischof Ferche am 19.3. 1946
eingeweiht.
Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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