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Oswitz, das alte Ozzobowicz, gehörte zur ältesten Ausstattung des 1257 von der Herzogin Anna (1,1265) gestifteten Klarenklosters, das schon ihr Gemahl Herzog Heinrich II. (11 1241) geplant hatte. Der erste Bau einer schlichten Kapelle erfolgte 1725 durch das Breslauer Klarenstift, nachdem ein Jahr zuvor der blinde und gelähmte Kantor Balzer von St. Matthias nach inbrünstigem Gebet vor einem auf dem Hl. Berg an einer Eiche angebrachten Marienbild geheilt worden war, so daß er zu Fuß nach Breslau zurückkehren konnte. Diese plötzliche Heilung war der Anlaß, daß bald Prozessionen von nah und fern nach Oswitz kamen, wo nach amtlicher Feststellung zahlreiche Heilungen geschahen. Die Kapelle war würdig ausgestattet, auf dem Altar befand sich die vergoldete Statue der Muttergottes. Zahlreiche Weihegeschenke und Bilder waren in der Kapelle aufgehängt und auch drei Paar Krücken, die die Geheilten zurückgelassen hatten. Durch die Säkularisation von 1810 ging das Dominium Oswitz aus dem Besitz des Klarenklosters in den des Buchhändlers Johann Gottlieb Korn über. Der damalige Pfarrer von St. Michael in Breslau, wohin Oswitz eingepfarrt war, fürchtete, daß man die baufällige Kapelle abreißen und an ihrer Stelle ein Kaffeehaus errichten würde. Aber der neue Besitzer Korn, obwohl Protestant, nahm sich mit großem Interesse der geheiligten Stätte an und ließ Treppen auf den Berg und Wege auf ihm anlegen, Bäume pflanzen und die Standbilder der Muttergottes, der hl. Dorothea und des hl. Antonius, die Kreuzwegbilder aus dem Klarenkloster und ein schönes Kreuz aufstellen. Schließlich ließ er 1822 durch den Baumeister Karl Ferdinand Langhans die jetzige würdige Kapelle erbauen. Am 28.09.1824 übertrug Pfarrer Hoppe von St. Michael das wundertätige Marienbild auf den Hochaltar der neuen Kapelle, die am 30.09.1824 vom Domherrn von Montmarin geweiht wurde. 1878 ging das Dominium Oswitz in den Besitz der Stadt Breslau über. Die Kapelle in Oswitz wurde bis in die neueste Zeit besonders im Monat Mai und an den Marienfeiertagen von den Breslauern gern besucht. Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage |
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