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Maria auf dem Sande
Neue Sandstrasse (św. Jadwigi)


Maria auf dem Sande (Foto vor 1945)

Die älteste Marienkirche in Breslau wurde von Peter Wlast auf dem Elbing erbaut, die erst 1148 als Nebenpatron den hl. Vinzenz erhielt und fortan nach ihm benannt wurde. Die Augustiner Chorherren, die schon unter Herzog Boleslaus 111. (+ 1138) eine Niederlassung in Gorkau am Zobten besaßen, kamen bereits vor 1148 nach Breslau, wo sie die Seelsorge an der St. Adalbert-Kirche ausübten und wo ihnen Maria, die Gemahlin des Peter Wlast, und ihr Sohn Swentoslaus "bei der Brücke" (jetzige Gneisenaubrücke) ein Kloster und eine Kirche im romanischen Stil zu Ehren der Gottesmutter erbauten. Ein Tympanon aus der alten Kirche zeigt neben der Madonna mit dem Kinde zur Rechten stehend die Stifterin mit einer zweitürmigen Kirche und zur Linken Swentoslaus. Abt Konrad von Leslau (1329-1363) begann den jetzt noch vorhandenen Bau einer dreischiffigen Hallenkirche, der von Abt Johann von Krossen (1364 -1372) fortgesetzt wurde. 1369 weihte Bischof Preczlaw von Pogarell den Chor ein. Die Kirche ist 78 m lang, 22,5 m breit und 23,5 m hoch. Der Südturm wurde 1430 erbaut, der Nordturm blieb unvollendet. 1632 wurde die Kirche von den Schweden ausgeplündert, 1730 traf der Blitz Kirche und Turm, der seitdem nur ein Notdach hat. Die herrliche barocke Innenausstattung stammte aus dem 18. Jhh., die große, 4740 kg schwere Glocke mit einem Durchmesser von 2 m von 1730. Während des Siebenjährigen Krieges wurde die Kirche von den Preußen als Magazin benutzt! Nach der Säkularisation im Jahre 1810 wurde das 1709-1715 erbaute Kloster Universitätsbibliothek und die Kirche zur Pfarrkirche erhoben.

Bei der Belagerung Breslaus im Jahre 1945 brannte die Sandkirche vollkommen aus, die Gewölbe stürzten ein.Die Sandpfarrei zählte zuletzt etwa 10000 Seelen, ihr letzter Pfarrer, Ehrendomherr Paul Kaleve, starb nach seiner Vertreibung am 21.8.1954 in Büttstedt bei Heiligenstadt im Alter von 81 Jahren.

Die Kirche wurde restauriert und wird für Gottesdienste genutzt.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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