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Die St. Matthias-Kirche (Foto vor 1945)
Sie ist die ehemalige Kirche der Jesuiten zu Ehren des hl. Namens Jesu. Die
Bemühungen, eine Niederlassung der Jesuiten in Breslau zu gründen, gehen bis ins
Jahr 1562 zurück, in dem Kaiser Ferdinand I. hier ein Kolleg errichten wollte.
Damals war hierfür die leerstehende St.-Dorotheen-Kirche und das Kloster in
Aussicht genommen. Aber es fehlte den Jesuiten an den erforderlichen Kräften.
Die Bemühungen gingen weiter, obwohl sich der lutherische Magistrat von Breslau
dagegen sträubte. 1534 wollte man die Jesuiten im Adalbert-Kloster unterbringen.
Aber erst 1584 kamen zwei Patres nach Breslau, um im Dom zu predigen und die Beichte
zu hören. Sie blieben bis 1595. 1638 trafen wieder zwei Patres in Breslau ein,
die im St. Matthias-Stift wohnten. Sie richteten in einem Hause am Ritterplatz
eine Schule ein, die bald zu klein wurde. Deshalb überließ Kaiser Leopold 1. am
26.09. 1659 den Jesuiten die kaiserliche Burg, in dem bisher das Oberamt und die
Kammer untergebracht waren, zunächst zur Benutzung, bis er ihnen am 14.06.1670
die Burg schenkte. Die Übergabe erfolgte im folgenden Jahre durch den
schlesischen Kammerpräsidenten von Schaffgotsch. Hier errichteten die Jesuiten
die prächtige Namen Jesu-Kirche in den Jahren 1689-1698 im Barockstil und von
1728-1739 das monumentale Universitätsgebäude für die von Kaiser Leopold I. am
21.10.1702 genehmigte Hochschule. Die Kirche wurde durch den Breslauer
Maurermeister Matthäus Biener begonnen und durch seinen Schwiegersohn Joh. Georg
Knoll beendet, wahrscheinlich nach einem von Italien beeinflußten Vorentwurf.
Das große Deckengemälde stammt von dem Maler Joh. Michael Rottmayer, es
gruppiert die Völker der Erde um den geöffneten Himmel mit dem Monogramm Jesu
auf einem Triumphwagen.
Nach der Säkularisation von 1810 wurde die zum
Kreuzherrenstift gehörige Matthiaskirche als Pfarrkirche
benutzt. Da diese aber für die Gemeinde zu klein war, erhielt sie 1819 die
Jesuitenkirche, die nun den Namen St. Matthias-Kirche übernahm. Während der
Belagerung Breslaus 1945 wurde die Kirche nur leicht beschädigt. Die Pfarrei
zählte zuletzt etwa 7000 Seelen. Ihr letzter Pfarrer, Prälat Joseph Schönauer,
war jetzt Bischöflicher Generalvikar und Ehrendomherr in Meiningen.
Während einer Reise nach Breslau sollte man es nicht versäumen,
sich diese Barockkirche anzusehen.
Die Akustik während der katholischen Gottesdienste
oder die Ruhe bei Besichtigungen faszinieren
auf unterschiedlicher Weise.
Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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