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St. Michaelis Kirche
Lehmdamm (Bolesława Prusa)


St. Michaelis Kirche (Foto vor 1945)

Sie gehört zu den ältesten Kirchen Breslaus und wird schon 1139 der von Peter Wlast gestifteten Benediktinerabtei St. Vinzenz auf dem Elbing einverleibt. Sie ist wahrscheinlich bald nach 1100 ebenfalls von Peter Wlast als Eigenkirche gegründet worden, dem der Elbing gehörte. Das Patrozinium des hl. Michael brachte vermutlich Otto von Bamberg mit, der um 1085 am polnischen Hofe lebte. Durch die Einverleibung blieb die Pfarrei und Kirche zum hl. Michael bis zur Säkularisation mit dem Vinzenzstift verbunden. Um 1190 wurden die Benediktiner durch Prämonstratenser ersetzt. In unmittelbarer Nähe der Abtei lag die Pfarrkirche zu Allerheiligen, von der wir leider keine Abbildung besitzen. Sie wurde 1368 ebenfalls dem Stift einverleibt. 1529 ließ der lutherische Breslauer Magistrat die herrliche romanische Vinzenzkirche mit dem Kloster und den beiden Pfarrkirchen von Grund auf zerstören. Die Prämonstratenser wurden in die Stadt an die St.-Jakobs-Kirche der Franziskaner versetzt. Erst 1598 ließ Abt Georg Scholz an der alten Stelle ein bescheidenes Kirchlein aus Fachwerk erbauen, das 1609 zu Ehren des hl. Michael und Allerheiligen geweiht wurde. Die Prämonstratenser versahen die Seelsorge. 1679 erhielt das Kirchlein einen Turm, das 1682 durch 2 Kapellen und um 1710 durch den Anbau eines Presbyteriums erweitert wurde. Die Zahl der Katholiken, die 1677 nur 60 betrug, stieg bis 1721 auf 859. Im Jahre 1810 wurde das Vinzenzstift säkularisiert, der Staat als Rechtsnachfolger weigerte sich, einen Neubau der Kirche vorzunehmen, die baufällig und für die auf 6000 Seelen angewachsene Gemeinde viel zu klein war. Deshalb entschloß sich Fürstbischof Heinrich Förster, Kirche und Pfarrhaus auf eigene Kosten zu erbauen. Am 17. 9. 1862 wurde der Grundstein gelegt und am 8.11. 1871 die von dem Architekten Alexis Langer erbaute dreischiffige Pfarrkirche feierlich konsekriert. Sie ist 78 m lang, 25 m hoch und 24 m breit. Da 1897 die Seelenzahl auf 25000 angewachsen war, erbaute Kardinal Kopp die Bonifatiuskirche, die er am 29. 11. 1898 einweihte. Bei der Belagerung 1945 wurden Kirche und Pfarrhaus schwer beschädigt, beide brannten aus. Die Pfarrkirche ist inzwischen wiederhergestellt. Ihr letzter Pfarrer war der Geistl. Rat Msgr. Josef Engelbert.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
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