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Die St. Nikolaus-Kirche (Foto vor 1945)
Hatten sich im Osten von Breslau die wallonischen Weber auf geistlichem
Territorium niedergelassen, so im Westen der Stadt in Nabitin (später Stapin,
Tschepine) auf herzoglichem Gebiet die Fischer (Fischergasse), deren
Schutzpatron der hl. Nikolaus war, dem zu Ehren sie eine Kapelle erbauten, die
der schlesische Herzog Boleslaus der Lange erweitert haben soll. Die Kapelle mit
Zubehör und einem Wirtshaus schenkte derselbe Herzog 1175 dem
Zisterzienserkloster in Leubus. 1263 wird eine Kirche des hl. Nikolaus in Stapin
erwähnt, die 1217 in den Besitz des Breslauer Bischofs überging. Sie wurde im
Mongolensturm 1241 vernichtet. Um die Mitte des 13. Jhh. erfolgte ein Neubau der
Kirche, die in den Hussitenkriegen zerstört, aber nach 1428 mit einem
einschiffigen, vierjochigen Langhaus mit quadratischem Presbyterium und einem
Turm an der Südwestseite wieder aufgebaut wurde. St. Nikolaus mit der
Filialkirche in Groß Mochbern blieben stets katholisch, da sie unter dem
Patronat des Archidiakons bzw. des Domdechanten standen.
Bei der Belagerung
Breslaus wurde die St.-Nikolaus-Kirche am 20. 12.1806 eingeäschert und blieb als
Ruine liegen, das Presbyterium diente als Begräbniskapelle. Die Gläubigen der
Pfarrei wurden mit der Corpus-Christi-Kirche vereinigt. Nach langjährigen
Verhandlungen begann man am 24.11.1870 mit dem Wiederaufbau der
St.-Nikolaus-Kirche im neugotischen Stil, am 24.9. 1883 erhielt sie vom
Fürstbischof Robert Herzog ihre Weihe. Die Zunahme der Seelenzahl in der
Riesenpfarrei machte eine Aufteilung erforderlich. 1905 wurde in Pöpelwitz die
St.-Georgs-Kapelle erbaut, Groß Mochbern 1907 zur Pfarrei erhoben und die Kirche
1912-1916 erweitert, 1933 in der Westendsiedlung die Christus-König-Notkirche
und bald darauf auf dem Belvedere-Friedhof die Holzkirche zum hl. Rochus
errichtet. Trotzdem blieben der St.-Nikolaus-Pfarrei noch 16 000 Seelen.
Während
der Belagerung Breslaus im Jahre 1945 wurde das südl. Querschiff schwer
getroffen, trotzdem fand bis zum 23.04.1945 noch Gottesdienst in der Kirche
statt. Der letzte Pfarrer, Geistl. Rat Max Trumpke, musste im Juni 1946 Breslau verlassen,
er amtierte dann in Obernkirchen (Hann.). Das zerstörte Kirchengebäude wurde
nicht wieder aufgebaut, sondern abgetragen.
Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert,
1961, 2. Auflage
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