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Hatten sich im Osten von Breslau die wallonischen Weber auf geistlichem Territorium niedergelassen, so im Westen der Stadt in Nabitin (später Stapin, Tschepine) auf herzoglichem Gebiet die Fischer (Fischergasse), deren Schutzpatron der hl. Nikolaus war, dem zu Ehren sie eine Kapelle erbauten, die der schlesische Herzog Boleslaus der Lange erweitert haben soll. Die Kapelle mit Zubehör und einem Wirtshaus schenkte derselbe Herzog 1175 dem Zisterzienserkloster in Leubus. 1263 wird eine Kirche des hl. Nikolaus in Stapin erwähnt, die 1217 in den Besitz des Breslauer Bischofs überging. Sie wurde im Mongolensturm 1241 vernichtet. Um die Mitte des 13. Jhh. erfolgte ein Neubau der Kirche, die in den Hussitenkriegen zerstört, aber nach 1428 mit einem einschiffigen, vierjochigen Langhaus mit quadratischem Presbyterium und einem Turm an der Südwestseite wieder aufgebaut wurde. St. Nikolaus mit der Filialkirche in Groß Mochbern blieben stets katholisch, da sie unter dem Patronat des Archidiakons bzw. des Domdechanten standen. Bei der Belagerung Breslaus wurde die St.-Nikolaus-Kirche am 20. 12.1806 eingeäschert und blieb als Ruine liegen, das Presbyterium diente als Begräbniskapelle. Die Gläubigen der Pfarrei wurden mit der Corpus-Christi-Kirche vereinigt. Nach langjährigen Verhandlungen begann man am 24.11.1870 mit dem Wiederaufbau der St.-Nikolaus-Kirche im neugotischen Stil, am 24.9. 1883 erhielt sie vom Fürstbischof Robert Herzog ihre Weihe. Die Zunahme der Seelenzahl in der Riesenpfarrei machte eine Aufteilung erforderlich. 1905 wurde in Pöpelwitz die St.-Georgs-Kapelle erbaut, Groß Mochbern 1907 zur Pfarrei erhoben und die Kirche 1912-1916 erweitert, 1933 in der Westendsiedlung die Christus-König-Notkirche und bald darauf auf dem Belvedere-Friedhof die Holzkirche zum hl. Rochus errichtet. Trotzdem blieben der St.-Nikolaus-Pfarrei noch 16 000 Seelen. Während der Belagerung Breslaus im Jahre 1945 wurde das südl. Querschiff schwer getroffen, trotzdem fand bis zum 23.04.1945 noch Gottesdienst in der Kirche statt. Der letzte Pfarrer, Geistl. Rat Max Trumpke, musste im Juni 1946 Breslau verlassen, er amtierte dann in Obernkirchen (Hann.). Das zerstörte Kirchengebäude wurde nicht wieder aufgebaut, sondern abgetragen. Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage |
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