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Zur weiteren Entlastung der St. Nikolaus-Pfarrei wurde eine zweite Lokalie zum hl. Rochus eingerichtet, zunächst im Pfarrverband mit St. Nikolaus. Regierungsbaurat Dipl.-Ing. Alfred Trumpke erbaute 1934 in der Nähe des Bahnhofs Nikolaitor auf dem sogen. Belvederefriedhof, einem 1831 angelegten Cholerafriedhof zwischen der Bunzlauer und Frankfurter Straße, die dem hl. Rochus, einem der 14 Nothelfer, dem Schutzpatron der Pestkranken, geweihte Holzkirche. Als erster Seelsorger wurde Kaplan Paul Geisler, geboren 1903, geweiht 1931, am 18.9.1934 angestellt, der in der Bunzlauer Straße 15 Wohnung nahm und mit den Kaplänen von St. Nikolaus abwechselnd den Sonntagsgottesdienst hielt. Als Geisler Kuratus bei St. Matthias in Breslau wurde, folgte ihm am 24.02.1935 Friedrich Pasquay, geboren 1905, geweiht 1930, mit dem Titel eines Kuratus. Gleichzeitig erhielt die Lokalie St. Rochus ihre seelsorgliche Selbständigkeit und wurde zwei Jahre später zur Kuratie erhoben. Der Kuratus erhielt den Titel Pfarrer. Pfarrer Pasquay wirkte 10 Jahre bei St. Rochus. Bei den schweren Kämpfen im Frühjahr 1945 ging die Kirche in Flammen auf und wurde nicht wieder aufgebaut, da der ganze Westen Breslaus zerstört ist. Paul Geisler, seit 1938 Pfarrer von Nieder Hersmdorf bei Waldenburg wirkte nach 1945 zunächst in Veltheim a. d. Ohe und dann seit 1958 als Pfarrer in Bad Gandersheim in der Diözese Hildesheim. Pfarrer Pasquay lebte nach seiner Ausweisung erst drei Jahre in Tirol, 1949 übernahm er die Seelsorge in Sterzenhausen, dann in Warzenbach und amtierte danach in Emsdorf; alle drei Orte liegen bei Marburg a. d. Lahn in der Diözese Fulda. Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage |
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