Geschichte von Breslau


Breslau Ohlewiesen (Tschnasch)


Breslau Ohlewiesen (Foto vor 1945)

Da die St.-Mauritius-Kirche auch nach dem Erweiterungsbau von 1897-1899 für die ausgedehnte Gemeinde zu klein war, wurde die Errichtung weiterer Kirchen im Osten von Breslau notwendig. So wurde schon 1901 eine Filialgemeinde in Brockau eingerichtet und 1905 Alfred Schubert als Kuratus angestellt, nachdem die Zahl der Katholiken durch die Anlegung des großen Rangierbahnhofs auf 2000 angewachsen war. Erst 1910 konnte mit dem Kirchbau nach langen Verhandlungen begonnen werden. Aber auch in Tschansch wurde der Bau einer Kirche notwendig und zwar für die Dörfer Pirscham, Ottwitz, Treschen, Pleischwitz, Althofnaß und Sägewitz, die alle zur Mauritiuspfarrei gehörten. Die Verhandlungen zogen sich aber hin, da 1898 der Minister die staatliche Genehmigung versagte. 1905 sollte dann in Groß Tschansch bei dem von der Gräfin Eleonore zu Stolberg eingerichteten Kinderheim eine Kapelle eingerichtet werden. Es kam aber nicht dazu. Am 5. 11. 1905 konnte in dem damaligen Schwesternhaus zum ersten Male das hl. Meßopfer gefeiert werden. 1906 wurde ein neues Schwesternhaus mit Kapelle, das heutige Pfarrhaus, errichtet. Am 12.11.1907 schrieb Kardinal Kopp eigenhändig die Errichtungsurkunde für die im Pfarrverband verbleibende Kuratiegemeinde Klein Tschansch, doch erteilte die Regierung erst am 15.03.1909 die Genehmigung. Die Seelsorge versah zunächst ein Aushilfsgeistlicher, bis am 05.02.1907 Gustav Scholz, ein geborener Breslauer, als erster Kuratus angestellt wurde. Erst am 20.06.1909 legte Geistlicher Rat Velkel von St. Mauritius den Grundstein zu der nach den Plänen von Stadtbaurat v. Carlowitz zu erbauenden Kirche, die am 02.01.1910 durch den Domherrn Dannhauer benediziert wurde. Als Nachfolger des Kuratus Scholz übernahm Dr. Konrad Metzger die Seelsorge, der bis zur Vertreibung hier wirkte. Am 18.12.1915 erhob Kardinal Bertram die Kuratie zur Pfarrei, die damals 2000 Seelen zählte. Dr. Metzger starb am 17.10.1947 im Hedwigskrankenhaus in Berlin. In Treschen erwarb der Caritasverband das Dominium und richtete dort ein Heim für uneheliche Mütter und deren Kinder ein. Die Pflege übernahmen im August 1919 die Borromäerinnen. 1926 wurde die neuerbaute Kapelle eingeweiht und 1936 ein eigener Geistlicher angestellt. Zuletzt betreuten die Armen Schulschwestern das Fürsorgeheim "Hedwigshof" in Treschen.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage


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