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Geschichte von Breslau

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St. Vinzenz Kirche
Ritterplatz (Nankiera Biskupa, pl.)


St. Vinzenz Kirche (Foto vor 1945)

Zu den beiden großen Klöstern der Prämonstratenser auf dem Elbing und der Augustiner-Chorherren auf dem Sande waren 1226 die Dominikaner als erster Bettelorden nach St. Adalbert gekommen. Ihnen sollten bald die Franziskaner folgen. Herzog Heinrich II. von Schlesien errichtete 1240 mit seiner Gemahlin Anna für die Franziskaner ein Kloster, das bald durch einen Brand zerstört wurde. Herzogin Anna baute es wieder auf. Schon 1254 muß eine Kirche vorhanden gewesen sein, die dem hl. Jakobus dem Älteren geweiht und in der, der bei Wahlstatt 1241 gefallene Herzog Heinrich II. beigesetzt war. Am 16.12. 1261 verliehen die schlesischen Herzöge Heinrich III. und Wladislaw in Gegenwart ihrer Mutter, der Herzogin Anna, und des Bischofs Thomas l. der Stadt Breslau den Gebrauch des Magdeburger Rechts, so daß man das Gotteshaus die Stadtgründungskirche von Breslau nennen kann. Der älteste Bau hatte einen ein- oder zweijochigen Chor und ein dreischiffiges Langhaus, er ist die erste dreischiffige Hallenkirche in Breslau. Im 14. Jhh. wurde die Kirche durch einen Umbau bzw. Neubau ersetzt und nach Osten und Westen verlängert. Die Länge der Kirche betrug 37,5 m, die des Chores 33,25 m. E. Walter hat in Band 6 (1941) des Archivs für schlesische Kirchengeschichte die älteste Baugeschichte behandelt. Im Jahre 1529 wurden die Franziskaner von St. Jakob nach dem von den Augustiner-Eremiten verlassenen Dorotheenkloster versetzt und die Jakobskirche und das Kloster den Prämonstratensern von St. Vinzenz auf dem Elbing übergeben, deren Kloster und Kirche vom Magistrat abgebrochen wurde. Die Jakobskirche erhielt nun bei der Weihe am 3.6. 1530 den Namen des hl. Vinzenz. Abt Ferdinand Graf Hochberg erbaute 1723 die prächtige Sakramentskapelle. Die barocke Innenausstattung schuf Abt Matthäus Paul (1656-1673). Abt Andreas Gebel begann 1673 den Neubau des angrenzenden Klosters.
Nach der Säkularisation von 1810 wurde die Vinzenzkirche zur Pfarrkirche erhoben, das Kloster Oberlandesgericht.

Bei der Belagerung 1945 wurde die Kirche bis auf die Hochbergkapelle schwer zerstört. Vorläufig erhielt die Kirche wieder ein Dach. Das Chorgestühl befindet sich jetzt im Dom und das Grabmahl Herzog Heinrichs II. in einem Museum. Der letzte deutsche Pfarrer von St. Vinzenz war Erzpriester Paul Brosig seit 1929. Er starb am 26. 11.1944 in Breslau.

Quelle: Die katholischen Kirchen Breslaus, Dr. Kurt Engelbert/Josef Engelbert, 1961, 2. Auflage

 
© 2004 Egon Höcker
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