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Die Haupt- und Pfarrkirche St. Maria Magdalena
Altbüßerstraße


Zwischen 1226 und 1232 gründete der Bischof Lorenz I. als Ersatz für die bisherige Pfarrkirche zu St. Adalbert, die er den Dominikanern als Klosterkirche übergab, die Maria – Magdalenen Kirche. Man weihte sie dem Apostel Andreas und der heiligen Maria Magdalena. Beim Einfall der Mongolen 1241 zerstörte ein Brand die Kirche.  Von 1242 bis 1248 dauerte der zweite Aufbau, der aber nur etwa 100 Jahre bestanden hat. Von 1342 bis 1362 erhielt die Kirche bis auf die Fertigstellung der Türme ihre heutige Gestalt.

Die Kirche ist ein spätgotischer Backsteinbau mit einer dreischiffigen Basilika. 1459 erwähnte man urkundlich, die sich in 47 Meter Höhe befindlichen Brücke. Der Volksmund sagte scherzend: Breslaus höchste Brücke ist die zwischen den beiden Türmen der Magdalenenkirche und die längste Brücke ist die Schuhbrücke, die Straße an der Westseite der Kirche.

Am 23. Oktober 1523 hielt Johannes Hess, der Reformator von Breslau, seine erste Predigt an der Maria – Magdalenen - Kirche. Luther hatte seinem ehemaligen Schüler Hess schon 1521 geschrieben: „Ich freue mich, dass Du ein Evangelist geworden bist.“

Die Maria – Magdalenen – Kirche war, wie die Elisabethkirche, auch eine Bürgerkirche, d.h. sie war nicht von Bischöfen, Orden oder Klöstern, sondern vom Rat und der Bürgerschaft der Stadt erbaut wurden. Insgesamt besitzt sie vier Portale: an der Nordseite ein sehr schönes Barockportal, das Westportal (Hauptportal) mit ornamentalem, figürlichem Schmuck ist gotisch, an der Südseite ein Renaissanceportal und das kunsthistorisch sehr wertvolle, spätromanische Portal, das von dem abgebrochenen Vinzenzkloster auf dem Elbing 1546 hierher versetzt wurde. Die die Maria – Magdalenen - Kirche ist reich an Kapellen (16), Altäre (58) und Epitaphien.

An Stelle der 1481 errichteten bleigedeckten, gotischen Holzspitzen erhielten die Türme 1564 - 1581 die kupfergedeckten Renaissancehauben. Im Südturm hing die „Armesünderglocke", im Nordturm die „Türkenglocke".

Am 22. März 1887 brannte man zur Feier des 90. Geburtstages Kaiser Wilhelms I. auf der Brücke ein Feuerwerk ab. Dabei geriet der Nordturm durch überspringende Funken in Brand. Die beiden Türkenglocken fielen dabei herunter und zerschellten.

Die „Armesünderglocke“ war wohl die größte Glocke Schlesiens. 1386 wurde sie gegossen. Ihr Umfang betrug 6,30 m und ihre innere Höhe 1,80 m . 25 Menschen konnten in ihrem Inneren nebeneinander stehen. Man brauchte 37 Sekunden bis sie anschlug. Die Glocke läutete an hohen Festtagen und beim Gebet des Vaterunsers. Von der Sage der „Armesünderglocke“ berichtet uns die Ballade von Wilhelm Müller „Der Glockenguß zu Breslau“. Ein erneuter Brand  vom 17. Mai 1945 zerstörte die beiden Türme und die Orgel. Von der „Armesünderglocke“ blieb nichts als Schlacke übrig.

Am 21. Januar 1945 fand der letzte Gottesdienst vor der Festungszeit statt. Drei Tage nach dem großen Brand, am 20.05.1945 hielt Pfarrer Bunzel die Predigt zum Pfingstgottesdienst. Er begann mit den Worten:


„Nun sinkt der Väter Werk in Schutt und Grauen.
Was der Geschlechter langer Fleiß vollbracht,
das sinkt in Trümmer plötzlich über Nacht,
und nur in Träumen wird’s der Enkel schauen.“

Bunzel, Ulrich, „Gesegnetes Leid“, 
Bilder aus der Kirche Schlesiens 1945/46 und heute, 
St. Johannes-Druckerei Lahr-Dinglingen 1959, S. 47f. 



Anschrift Altbüßerstraße
Pfarrhaus Altbüßerstr. 8-9, 
An der Magdalenenkirche 5
Seelenzahl ca. 20 000
Gemeindesaal Tauentzienstr. 34
*Geistliche Seibt, Städt. Kirchenrat (1915), +1962
Meissner, Pastor (1915), + 1959
Bunzel Lic. Dr., Pastor (1927)
Maetschke, Pastor (1922)
Winzler, Stadtmission (1928), +1957 
Beamte Gerhard Zeggert, Kantor und Oberorganist
Seefeld, Rendant
Otte, Küster 
Goldhammer, Friedhofsinspektor
Doering, Gemeindediakon 
Friedhöfe Steinstraße 79 - 83
Lohestraße

Angaben von 1940

Archiv - Family History Library Catalog

Buch

Filmnummer

Taufen 1802 FHL INTL Film 876392
Taufen 1803 FHL INTL Film 876393
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Taufen 1807 FHL INTL Film 876397
Taufen 1808 FHL INTL Film 876398
Taufen 1809 FHL INTL Film 876399
Taufen 1810 FHL INTL Film 876400
Taufen 1811-1812 FHL INTL Film 876401
Taufen 1813 FHL INTL Film 876402
Taufen 1814 FHL INTL Film 876403
Taufen 1815 FHL INTL Film 876404
Taufen 1816 FHL INTL Film 876405
Taufen 1817 FHL INTL Film 876406
Taufen 1818 FHL INTL Film 876407
Taufen 1819-1820 FHL INTL Film 876408
Taufen 1821 FHL INTL Film 876409
Taufen 1822 FHL INTL Film 876410
Taufen 1823 FHL INTL Film 876411
Taufen 1824-1825 FHL INTL Film 876412
Taufen 1826 FHL INTL Film 889888
Taufen 1827 FHL INTL Film 889889
Taufen 1828 FHL INTL Film 889890
Taufen 1829 FHL INTL Film 889891
Taufen 1830 FHL INTL Film 889892
Taufen 1831-1835 FHL INTL Film 889893
Taufen 1835-1839 FHL INTL Film 889894
Taufen 1839-1845 FHL INTL Film 889895
Taufen 1844-1848 FHL INTL Film 889896
Taufen 1848-1851 FHL INTL Film 889897
Taufen 1852-1855 FHL INTL Film 889898
Taufen 1856-1859 FHL INTL Film 889899
Taufen 1860-1863 FHL INTL Film 889900
Taufen 1864-1867 FHL INTL Film 889901
Taufen 1868-1871 FHL INTL Film 889902
Heiraten 1812-1814, 1819-1820, 1825, 1830-1832 FHL INTL Film 889903
Heiraten 1834-1843 FHL INTL Film 889904
Heiraten 1844-1861 FHL INTL Film 889905
Heiraten 1862-1869 FHL INTL Film 889906
Tote 1804-1806, 1811-1816 FHL INTL Film 889907
Tote 1819-1820, 1823-1831 FHL INTL Film 889908
Tote 1832, 1835-1868 FHL INTL Film 889909

Quelle:  Intellectual Reserve CD 2000


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Geistliche aus dem Buch "Entstehen und Vergehen der evangelischen Kirchen Breslaus" von Ulrich Bunzel
Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, München 1964
* Die Klammern nach dem Name (Jahr) bedeutet Amtsantritt
1992 wurden die Epitaphien an der Südseite der Maria-Magdalenen-Kirche restauriert. Da die Kirche in der Reformationszeit evangelisch wurde, waren die meisten Beschriftungen in lutherischen Kirchen ab dem 16. Jahrhundert innen und außen in deutscher Sprache verfasst.
 
© 2004 Egon Höcker
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