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*24.01.1828 in Breslau (Wrocław) †25.06.1898 in Breslau (Wrocław) Botaniker, Bakteriologe, Mikrobiologe
Ferdinand Julius Cohn kam schon im 6. Lebensjahr auf die
Elementarschule von Maria-Magdalena. Bis 1837 absolvierte
er durch Förderung eines Hauslehrers bereits die Quarta.
Durch eine Schwerhörigkeit und durch mangelnden Fleiß ließen
die Leistungen des begabten Schülers dann aber deutlich
nach, was ihm „manchen scharfen Tadel von Seiten der Lehrer
zuzog“. Erst die Prima (1842) brachte die Wende, die er
selbst so definiert hat:
„Ich habe erst hier das Wesen und den Zweck der Schule, der
Lehrer und der Schüler einsehen lernen.“ Er beschäftigt sich
jetzt vor allem mit den antiken Klassikern. Kurz nach dem
Abitur (mit 16 Jahren!) schreibt er: “. . . dass mir das
zuteil geworden ist, das danke ich vor allem dem Unterricht
des Herrn Direktor Schönborn . . .“

Ferdinand Julius Cohn, 1828 -1898
Cohn studierte Medizin an der Universität Breslau und in
Berlin bei dem bekannten Physiologen, Pathologen und
Anatomen Johannes Peter Müller. Mit 19 Jahren promovierte
er. Auf Müllers Empfehlung hin wurde Cohn im Jahre 1851 als
Privatdozent am Pflanzenphysiologischen Institut an der
Universität Breslau zugelassen. Daß Cohn diese Stelle
bekommen hat, war für Juden zu der damaligen Zeit durchaus
nicht selbstverständlich. Einige deutsche Universitäten
ließen Juden seit 1810 allenfalls vereinzelt als
Privatdozenten der Medizin zu.
Da die Universität keine ausreichenden finanziellen Mittel
für ein entsprechendes Instrumentarium des
Pflanzenphysiologischen Instituts zur Verfügung stellte,
kaufte Cohns Vater für seinen Sohn die erforderliche
Grundausstattung. Ab 1860 studierte Cohn vor allem die
Morphologie von Algen und Pilzen. Er war der erste Forscher,
der die Bazillen wie Pflanzen behandelte. Dabei entdeckte er
dann auch die grundlegenden Eigenschaften bakterieller
Sporen.
1872 veröffentlichte er eine dreibändige Monographie, die
für die moderne Bakteriologie Richtung weisend wurde. Auch
der junge Arzt Robert Koch profitierte von den bahnbrechenden Ergebnissen Cohns, der wissenschaftlicher
Pate des später weltberühmten Arztes wurde.
1859 erhielt Ferdinand Cohn die Berufung zum Professor für
Botanik am Pflanzenphysiologischen Institut der Universität
Breslau. Er war damit der erste jüdische Professor in
Preußen. 1882 erschien sein berühmt gewordenes Buch „Die
Pflanze“. 1893 wurde er zum Mitglied der Royal Society
ernannt.
Ferdinand Cohn genießt als Begründer der Bakteriologie
Weltruhm. Er wurde der erste jüdische Ehrenbürger der Stadt
Breslau. 1892 gründete er den Südpark, an dessen Eingang ihm
zu Ehren 1908 eine Bronzestatue aufgestellt wurde.

Grabstein von Ferdinand Julius Cohn
Botaniker und Mikrobiologe, Wegbereiter einer
modernen Bakteriologie und Systematik der
Mikroorganismen. Gründer des Instituts für
Pflanzenphysiologie der Universität Breslau (1866).
Förderer von Robert Koch.
Seine
Grabstätte auf dem Jüdischen Friedhof in Breslau existiert
noch heute.
Otmar Eitner, 02.08.2005
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www.medicine-worldwide.de/persoenlichkeiten/cohn.html
M. Lagiewski, Macewy mówia, Warczawa 1991 / Das Pantheon der Breslauer Juden, Hannover 1999
ADB Bd. 47
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