Elfriede Reichelt – Breslauer Porträtfotografie zwischen 1910 und 1930

Suchanzeige von Verena Bader, 16.02.2009

Das Forschungsvorhaben an der LMU München untersucht Leben und Werk der Breslauer Kunstfotografin Elfriede Reichelt (1883 – 1953). Reichelt studierte in den Jahren 1907-1908 an der Münchner „Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“ bei Frank Eugene und kehrte anschließend in ihre Breslauer Heimat zurück, um dort ein Atelier für künstlerische Portraitfotografie zu eröffnen. Die Berufsfotografin fertigte Portraits überregionaler Prominente und namhafter Breslauer Persönlichkeiten, häufig aus dem Umfeld der Akademie und ortsansässiger Sammler- und Adeligenkreise. Beispielhaft anzuführen sind Reichelts Portraits von Hans Poelzig, Eugen Spiro, Max Berg, Theodor von Gosen, Albert Neisser, Kaiser Wilhelm II. und Wassily Kandinsky. Grundlage für das geplante Werkverzeichnis bildet ein Teilnachlass, der sich seit einer Schenkung 2005 im Fotomuseum des Münchner Stadtmuseums befindet und knapp 800 Originalprints umfasst. Elfriede Reichelts fotografisches Werk ist breit gefächert: neben den zahlreichen Portraits teilweise prominenter Zeitgenossen gehören Stillleben und Industrieaufnahmen, Landschaften und Aktbilder, Kinder- und Tierfotografien zum umfangreichen Oeuvre der Künstlerin, das sich stilistisch zwischen Piktorialismus und Neuer Sachlichkeit bewegt. Ein erheblicher Teil im Werk der Berufsfotografin entstand als Auftragsarbeit, nichtsdestotrotz ist ihre Arbeit im Umfeld der künstlerischen Fotografie anzusiedeln.

Das kunsthistorische Forschungsvorhaben umfasst eine möglichst vollständige Rekonstruktion des fotografischen Werkes und der Biografie Elfriede Reichelts. Die Fotografin war Mitglied des Deutschen Werkbunds und der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL). 1927 heiratete sie den Ulmer Industriellen Hans Wieland und zog sich Mitte der 1930er Jahre von der aktiven Berufsfotografie zurück. Nach einigen Jahren in Ulm lebte Reichelt seit der Trennung von ihrem Mann 1936 in Grünwald bei München.

Für die Werkrekonstruktion werden zeitgenössische Quellen, insbesondere Fotofachzeitschriften und die Schlesische Tagespresse der damaligen Zeit gesichtet. Zudem wird die Existenz und der Verbleib weiterer Fotografien in polnischen und deutschen Privat- und Museumssammlungen recherchiert. Da eine Vielzahl der Portraits im Bestand des Münchner Fotomuseums keine Angaben zu den dargestellten Personen macht, gestaltet sich die Identifizierung der Porträtierten teilweise schwer.

Unterstützung bei der Identifizierung und hilfreiche Hinweise auf weitere Originalfotografien und Dokumente im Zusammenhang mit der Fotografin werden dankend erbeten (verena-bader@gmx.de).

 

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