Gründerzeiten am Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, die tragischen Brandmale der zwei Weltkriege und der Wiederaufbau veränderten die Gesichter der Städte. Vielleicht deshalb entsteht der Wunsch, die nähere heimatliche Umgebung, mit ihren Reizen und Veränderungen sowie ihren Denkmälern kennen zu lernen. Dies Anliegen können Postkarten erfüllen.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Ansichtskarte vielerorts in Deutschland eingeführt und erfreute sich großer Beliebtheit. Allein zu Pfingsten verkaufte man auf der Schneekoppe 2780 Exemplare. Bereits 1897 besaß Schlesien von ca. 160 Orten Karten. Das goldene Zeitalter der Ansichtskarte ging bis zum 1. Weltkrieg. Weltwirtschaftskrise und die Verwendung der Schwarzweißfotografie hatten zur Folge, dass das Interesse an den Ansichtskarten verloren ging.
Mit der Entdeckung des dokumentarischen Wertes der Ansichtskarten zwischen den beiden Weltkriegen ist ein Anwachsen der Sammlerleidenschaft zu verzeichnen. Breslau betrifft das im besonderem Maße, da die Stadt durch den hoffnungslosen Festungskampf im Jahre 1945 nachhaltige Schäden davon trug und mit dem Einzug der polnischen Bevölkerung die deutschen Spuren der Stadt verloren gingen.
Folgen wir den nächsten Seiten, die mit alten Ansichtskarten von Breslau gestaltet wurden, so können wir noch einmal über die einstigen Straßen, Plätze und Parkwegen gehen und die alten Denkmäler bewundern.