Katholische Pfarrkirche St. Trinitatis
Der Ort Rotsürben wurde 1251 zu deutschem Recht ausgesetzt. Im Anschluss an diesen mit der Besiedlung eng verbundenen Rechtsakt muss auch die Pfarrkirche entstanden sein, auf deren beabsichtigte Erbauung eine Urkunde von 1278 Bezug nimmt. Dass sie 1335 vorhanden war, ergibt ihre namentliche Erwähnung im Dezemregister des Nunitius Gebhardos. Der schlichte, mit Strebpfeilern besetzte Bau, auf einer befestigten Insel vom nassen Graben umgeben und unmittelbar dem früheren Herrenhaus benachbart, hat seine kunstgeschichtliche Bedeutung durch die Um- und Ausbauten in der Reformationszeit erhalten, die im dekorativen Stil der Spät-Renaissance in den Jahren 1597 und 1602 vorgenommen wurden. Der Einbau von Logen und Emporen im Inneren führte fast zu einem Neubau. Der farbigen Ausmalung und den schönen Epitaphien im Inneren entsprechen im Äußeren reizvolle Giebel und Anbauten mit phantasievollen Portalumrahmungen. Man spürt das mit der neuen Zeit aufkommende Bedürfnis nach individuellen Zügen, das sich besonders im Persönlichkeitskult ausspricht, dem die Epitaphien, insbesondere hier das des evangelischen Schöpfers der Kirche, Adam von Hainniwald, Rechnung tragen. Durch eine in Bronze gegossenen Christus an der Staupsäule von Adrian de Vries ist es zu einem Kunstwerk von hohem Rang geworden. Dieser protestantische Charakter blieb auch erhalten, als die Kirche 1653/54 rekatholisiert worden war.
Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main
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Dorfplan |
Material von Werner Zucker, März 2008.